Türchen #19

Spieler mit Ecken und Kanten, die braucht es, um sich auf dem Platz Respekt zu verschaffen und die Herzen der Fans durch die kämpferische Leistung zu erobern.

Nein!

Spieler mit Spielwitz und Kreativität, die braucht es, um auf dem Rasen den Gegner ins Leere laufen zu lassen und so durch Geniestreiche die Fans für sich zu gewinnen.

Nein!

Man nimmt einfach einen, der beides konnte…

 

Türchen #19: Sérgio da Silva Pinto

Im Norden Portugals, dort wo der Douro in den Atlantik fließt, entstanden zwei Städte; Porto nördlich der Mündung, Vila Nova de Gaia südlich der Mündung. In der südlichen Stadt wurde am 16. Oktober 1980 Sérgio Ricardo da Silva Pinto geboren. In seiner Kindheit spielte er in der Jugendabteilung des benachbarten FC Porto, zeigte also schon früh sein fußballerisches Potential. Anfang der 90er, als Pinto 12 Jahre alt war, zog seine Familie nach Deutschland, besser gesagt nach Haltern.

Dort spielte Pinto auch wieder in der Jugendmannschaft und es dauerte nicht lange, bis Talentsucher des benachbarten FC Schalke 04 klingelten und den Jungen in ihrem Team sehen wollten. Mit 14 Jahren sagte Pinto zu und wechselte. Dort durchlief er alle Jugendteams und bekam am 11. September 1999 bei der 2:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen mit noch 18 Jahren seine erste Bewährungsprobe bei den Profis im Parkstadion. Danach verbrachte er die nächsten Jahre aber bei der zweiten Mannschaft und spielte erst zwischen dem Frühjahr 2003 und Saisonende 2004 mehrfach für die Schalker. Sein einziges Tor für Schalke schoss Pinto im Oktober 2003 im DFB-Pokal im Zweitrundenspiel gegen den SC Freiburg. Der 2:2-Ausgleich des 23-Jährigen reichte nicht bei der 3:7-n.V.-Niederlage.

Weg von Schalke

Zur Saison 2004/05 glaubte Schalke nicht mehr an den Durchbruch des Deutsch-Portugiesen in seiner Mannschaft und verlieh Pinto nach Aachen in die 2. Liga zur Alemannia. Dort angekommen, gab er sich selbstbewusst und forderte den Aufstieg. Dieser wurde jedoch verfehlt, auch weil Alemannia nach dem Erreichen des Pokalfinales im Mai 2004 im UEFA-Pokal gefordert war und dort bis in die Zwischenrunde gegen AZ kam. Sérgio Pinto sammelte dort seine ersten Europapokal-Erfahrungen. Nach der Saison wechselte Pinto fest nach Aachen und spielte sich auf der rechten Seite des Spielfelds fest. Dabei war es erst einmal egal, ob er als Rechtsverteidiger oder Rechtsaußen agierte. Sein erstes Zweitligator hatte er im September 2004 gegen Unterhaching geschossen, insgesamt schoss er in den beiden Saisons in der 2. Liga jeweils vier Tore und bereitete neun Tore vor.

Am Ende der Saison 2005/06 stand der von Pinto versprochene Aufstieg in die Bundesliga, seine ersten Spiele im Aachener Trikot dort verliefen gut, insgesamt spielte er 29 Spiele im Oberhaus und schoss Tore gegen Cottbus und Bremen. Verhindern konnte er den direkten Abstieg der Alemannia zurück in die 2. Liga aber nicht. Stattdessen musste er einiges über sich ergehen lassen, als der Wechsel zu Hannover 96 zum Saisonende bekannt gegeben wurde. Er sagte später, dass er dabei vom Verein nicht genügend Rückendeckung erfahren habe.

Die Glanzzeit

Es half natürlich, dass bei 96 mit Dieter Hecking ein Trainer arbeitete, der Pinto schon nach Aachen geholt hatte (und der dort in der Bundesliga-Saison von Michael Frontzeck beerbt wurde). So kannte Pinto schon einige Gesichter, auch den neuen Stürmer Mike Hanke kannte er aus Schalker Zeiten.

So begann die Saison 2007/08, in der Pinto zunächst nur auf der Bank saß, bis er am 7. Spieltag seinen Kurzeinsatz auf der Bielefelder Alm nutzte und fünf Minuten vor Schluss das 2:0 schoss. Sein erster Treffer für die Roten. In der Saison kamen noch Tore gegen Wolfsburg und Frankfurt hinzu, größere Aufmerksamkeit erhielt Pinto aber durch zwei rote Karten in der Rückrunde. In beiden Fällen war Pinto hart gefoult worden, seine Ausflüge in die Selbstjustiz mit Nachtreten wurden jedoch nicht nur vom DFB mit langen Sperren geahndet; auch der Verein sperrte den nun 27-Jährigen vereinsintern nach dem zweiten Platzverweis am 28. Spieltag bis zum Saisonende. Im weiteren Verlauf seiner Karriere blieb er ein harter Spieler, bis auf eine gelb-rote Karte in der letzten 96-Saison kam aber kein Platzverweis mehr hinzu.

In der Saison 2008/09 erarbeitete sich Pinto langsam wieder den Platz in der ersten Elf zurück und schoss vier Tore. Seine wahre Führungspersönlichkeit zeigte Pinto aber in der Saison 2009/10: Nachdem er den Saisonstart mit einer Meniskusverletzung verpasst hatte und Trainer Dieter Hecking entlassen worden war, spielte er zunächst unter Andreas Bergmann wie gewohnt weiter. In diese Zeit fiel natürlich auch der Tor Robert Enkes, der die Mannschaft und vor allem Führungsspieler wie Pinto traf und aber auch zusammenschweißte. Nachdem Mirko Slomka das Team im Januar 2010 übernommen hatte, spielte Pinto schnell im defensiven Mittelfeld und dort auch über alle Grenzen hinaus. In den letzten Wochen, in denen es um das Überleben in der ersten Liga ging, spielte Pinto trotz eines Außenbandrisses im Knie bis zum Saisonende und schoss dabei in den wichtigen Wochen noch drei weitere Saisontore gegen Frankfurt und an den letzten beiden Spieltagen beim 6:1 gegen Mönchengladbach und dem 3:0 in Bochum.

Europapokal

Nach dem Klassenerhalt unterschrieb der nun 29-jährige Pinto einen neuen 3-Jahres-Vertrag bei 96 und lieferte im Anschluss vielleicht seine beste Saison für Hannover ab. Nach 34 Spieltagen stand der Verein auf Platz 4 und damit fast in der Europa-League-Gruppenphase, Pinto selbst spielte 31 Spiele, schoss fünf Tore und bereitete sechs weitere vor. Die Belohnung für diese Saison folgte mit seinem bislang größten Erfolg, dem Erreichen des Viertelfinals der Europa League, wo 96 gegen Atletico Madrid – den späteren Turniersieger – ausschied. In der Europa League schoss Pinto zwei Tore, eins im Heimspiel gegen den FC Kopenhagen, eins im Achtelfinalrückspiel gegen Standard Lüttich.

Die Folgesaison war wie eine Art Reprise: Es wurde noch einmal europäisch gespielt, auch wenn es nicht ganz so weit ging. Pinto schoss ein Tor im Rückspiel gegen Anzhi Makhachkala. In der Liga fiel man aufgrund der Doppelbelastung aus den europäischen Plätzen. In der Liga holte Pinto wieder elf gelbe Karten wie in der Vorsaison, schoss aber nur ein einziges Tor.

Zum Start der Saison 2012/13 war Pinto fast 32 und in den Mannschaftsrat der Roten gewählt worden. Gegen Nöttingen schoss da Silva Pinto, wie er ab dieser Saison offiziell hieß, zwei Treffer in der ersten Pokalrunde, aber insgesamt konnte man in der Liga sehen, wie die Kräfte des Mittelfeldmotors langsam nachließen. Seine Bundesligatore 18 und 19 schoss er in der Rückrunde bei der 4:5-Niederlage auf Schalke und beim 3:2 bei Aufsteiger Greuther Fürth. Diese sollten aber seine letzten Tore für 96 bleiben, im Zuge der Umstrukturierungen wurde sein auslaufender Vertrag nach 159 Bundesligaspielen für Hannover 96 nicht verlängert.

Nach 96

Im Sommer 2013 zog es den Deutsch-Portugiesen nach Spanien zu UD Levante. Gegen den Vorstadtklub aus Valencia hatte Pinto bereits in der Europa League schon gespielt. Neben Pinto spielte auch Christian Lell immer noch beim spanischen Klub, dazu sprach mit Andreas Ivanschitz ein weiterer Mitspieler Deutsch, wobei Pinto als Portugiese keine wirklichen sprachlichen Schwierigkeiten hatte, sich einzufügen. In Spanien kam Pinto aber nur auf 18 Einsätze in der Liga und dabei auf eine Vorlage, die Spiele im Camp Nou hat er jedoch nicht in guter Erinnerung. Am ersten Spieltag verlor Levante 0:7 gegen Barcelona und Pinto erlebte die zweite Halbzeit nicht. Im Pokalspiel bei Barcelona verlor man ebenfalls hoch und Pinto humpelte mit einer Muskelquetschung nach einer halben Stunde vom Platz.

Zur Saison 2014/15 kehrte Pinto zurück nach Deutschland. Zunächst spielte er beim Steve Cherundolos Abschiedsspiel mit, danach unterschrieb er einen 2-Jahres-Vertrag bei Fortuna Düsseldorf. Die Zeit dort, die eigentlich nur ein Karriereausklang werden sollte, entwickelte sich nun zur Leidenszeit. Am 12. Spieltag brach ein harter Ball aus kurzer Distanz Pinto im Spiel gegen Ingolstadt den Kiefer, setzte einige Spiele aus und versuchte schnell sein Comeback zu geben. Doch im April 2015 musste er feststellen, dass es so nicht funktionierte. Der Kieferbruch war äußerst kompliziert und Pinto konnte nur unter Schmerzen essen und trainieren. Mittlerweile ist über ein Jahr seit der ursprünglichen Verletzung ins Land gezogen und noch immer ist an ein Comeback nicht zu denken. Ich vermute, dass er nun seinen Vertrag bis zum Saisonende noch erfüllt und danach seine lange und verdienstreiche Karriere beendet. Wenn alles gut läuft, wird er zum Saisonende noch einmal ein kurzes Comeback geben und dann mit 35 Jahren in die Gegend von Aachen ziehen, wo er seit seiner Zeit vor zehn Jahren ein Haus hat und lebt.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Heute nicht.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)
Türchen #10 – Roman Wallner (10 Spiele, 0 Tore)
Türchen #11 – Jan Rosenthal (80 Spiele, 11 Tore)
Türchen #12 – Hanno Balitsch (150 Spiele, 12 Tore)
Türchen #13 – Mohamadou Idrissou (64 Spiele, 13 Tore)
Türchen #14 – Johan Djourou (14 Spiele, 0 Tore)
Türchen #15 – Valdet Rama (15 Spiele, 0 Tore)
Türchen #16 – Artjoms Rudņevs (16 Spiele, 4 Tore)
Türchen #17 – Sören Halfar (17 Spiele, 0 Tore)
Türchen #18 – Ricardo Sousa (18 Spiele, 1 Tor)

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Türchen #14

Nach den letzten Tagen, bei denen teilweise sogar verdiente Spieler im Adventskalender auftauchten, begeben wir uns in den folgenden Tagen wieder zurück auf den Pfad der Legenden mit Kurzeinsätzen. Heute also ein Schweizer mit genau 14 Bundesligaspielen für Hannover 96…

 

Türchen #14: Johan Djourou

Johan Djourou wurde in der Elfenbeinküste geboren, zog aber mit 17 Monaten mit seiner Familie in die Schweiz. Die ganze Geschichte ist etwas kompliziert, denn er ist das Ergebnis einer Affäre, aber die betrogene Ehefrau wurde später seine Adoptivmutter. So kommt Djourou an zwei Staatsangehörigkeiten, die schweizerische und die ivorische.

In seiner Jugend spielte er zuerst im Sturm und rückte dann immer weiter in der Aufstellung nach hinten – eine nicht ungewöhnliche Karriere von Verteidigern. Die Scouts des FC Arsenal treiben sich ja bekanntermaßen überall herum und wurden beim Beobachten von Schweizer Jugendspielen auf den hoch aufgeschossenen 16-jährigen Djourou im defensiven Mittelfeld aufmerksam und holten den Jungen in ihre Akademie nach London.

Versuche, sich zu etablieren

Die ersten Chancen auf Spielminuten ergeben sich bei Arsenal traditionell im League Cup, in dem öfter mal Nachwuchsspieler und Kaderspieler ihre Spielpraxis bekommen. In der Saison 2005/06 gab es die ersten Auftritte, als er gerade 19 geworden war, dazu kamen erste Einsatzzeiten in der Premier League. Auch die Schweizer Nationalmannschaft wusste um das Potential des Verteidigers und ermöglichte ihm im Frühjahr 2006 das Debüt in der Nationalmannschaft und nominierte ihn für die WM 2006, bei der er in zwei Gruppenspielen und dem verlorenen Achtelfinale gegen die Ukraine eingewechselt wurde.

In der Folgesaison machte er 21 Spiele für Arsenal in der Premier League und hatte seinen ersten Auftritte in der Champions League. Um ihm noch mehr Spielpraxis zu ermöglichen, wurde er zu Beginn der Saison 2007/08 an Birmingham City ausgeliehen. Nach 13 Spielen in der Innenverteidigung dort ging es zurück nach London, wo er den Rest der Saison mit großen Leistenproblemen aussetzen musste und erst zum Saisonende ein paar Mal spielen konnte. Die Heim-EM verfolgte er ausschließlich von der Ersatzbank und musste zusehen, wie die Schweiz in der Vorrunde ausschied.

In der Saison 2008/09 spielte er wieder regelmäßiger, musste aber zum Saisonende einen weiteren Rückschlag hinnehmen: In einem der letzten Saisonspiele erlitt er eine schwere Knieverletzung und ließ sich im September 2009 operieren. Damit fiel er fast die komplette Saison verletzt aus. Die Einsatzzeit belief sich auf ein Comeback über 28 Minuten am letzten Spieltag der Saison. Dadurch war er auch nicht in der Lage, an der WM 2010 in Südafrika teilzunehmen, ihm fehlte Spielpraxis und Fitness.

Die bekam er in den nächsten beiden Jahren, als er wieder versuchte, endlich Stammspieler bei Arsenal zu werden. Zwar war er mit nun 23 immer noch sehr jung, hatte aber schon sowohl Spiele wie auch Verletzungen wie ein alter Hase gesammelt. Am 5. Februar 2011 schoss er sein einziges Liga-Tor für Arsenal, als man legendär eine 4:0-Führung bei Newcastle United verspielte und nach dem 4:4-Ausgleich fast sogar noch verloren hätte. Als er in der Saison 2012/13 gar nicht mehr spielte und seine Hauptaufgabe darin bestand, als Moderator bei Arsenal TV zu arbeiten, entschloss sich der Verein doch, den nun fast 26-Jährigen erneut zu verleihen.

14 Spiele bei 96

Er reiste ins Trainingslager nach Portugal und bereitete sich dort mit Hannover 96 auf die Rückrunde vor. Bei 96 waren Felipe und Andrööösen mal wieder verletzt und man brauchte etwas Hilfe in der Defensive. Gegen Schalke 04 – an seinem 26. Geburtstag – gab er sein Debüt an der Seite von Landsmann Mario Eggimann und das 4:5 wird man noch lange in Erinnerung behalten, allerdings weniger wegen defensiver Effektivität sondern mehr wegen Schnitzer und dem Fallrückzieher von Mame Diouf.

Wichtig für 96 war, dass Djourou auch in der Europa League mitwirken konnte und so stand er in beiden Sechzehntelfinal-Spielen gegen Anzhi Makhachkala auf dem Platz und kümmerte sich um Samuel Eto’o. Allerdings schied man nach großen Kampf und starkem Anrennen trotzdem aus, die Runde hatte man im Hinspiel in Moskau verloren. Trainer Mirko Slomka hielt aber große Stücke auf Djourou und ließ ihn jedes Spiel starten, musste nur dreimal auf den Schweizer verzichten, als dieser mit einem Muskelfaserriss ausfiel.

Weiter beim kleinen HSV

Eigentlich hatte man sich bei 96 schon vorstellen können, den Verteidiger auch weiter zu beschäftigen, vielleicht noch einmal auszuleihen oder zu kaufen. Nach der Rückrunde 2013 brauchte aber auch der Hamburger SV etwas Stabilität in der Abwehr und so überbot man Hannover und sicherte sich die Dienste des Schweizers. Dem FC Arsenal wird es herzlich egal gewesen sein, Hauptsache man war den Kaderspieler endlich los. Deswegen schrieb man auch eine automatische Kaufoption nach 20 Einsätzen in den Leihvertrag, die sich dann auch zum Saisonende erfüllte. Für knapp unter 3 Millionen Euro war Djourou nun ein Hamburger.

Durch die Spiele beim Hamburger SV, die er eigentlich alle bestritt, wenn er nicht gerade einen Muskelfaserriss hatte, spielte er sich auch wieder in den Fokus der Nationalmannschaft, die nach der verpassten EM 2012 sich nun für die WM in Brasilien qualifiziert hatte. Bevor Djourou nach Rio fliegen konnte, musste er aber zunächst ein Finale mit dem HSV spielen – die Relegation gegen Greuther Fürth. Nachdem dies vollkommen überzeugend gelang und man haushoch dank der Auswärtstorregel die Klasse hielt, ging es zur WM, in der Djourou über die komplette Distanz auf dem Platz stand und gegen den späteren deutschen Finalgegner Argentinien erst in der Verlängerung ausschied.

Nachdem Djourou in der Saison 2014/15 32 Ligaspiele machte und dabei auch öfter die Kapitänsbinde von Rafael van der Vaart übernahm, verteidigte er im Mai 2015 seinen Relegationstitel gegen den Karlsruher SC und wurde nach dem Abgang van der Vaarts auch offiziell Kapitän. Mit nun fast 29 Jahren hat der Schweizer seine Torgefährlichkeit entdeckt und in der laufenden Saison bereits gegen den VfB Stuttgart und Mainz 05 getroffen. Am vergangenen Wochenende lag er krank im Bett und konnte gegen den VfL Wolfsburg nicht mitspielen, gegen den FC Augsburg spielt er aber sicher wieder mit und im Sommer 2016 wird er – sofern er sich nicht verletzt – auch an der EM 2016 in Frankreich teilnehmen und dort ein besseres Ergebnis als das Vorrundenaus bei der Heim-EM erwarten.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Heute nicht.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)
Türchen #10 – Roman Wallner (10 Spiele, 0 Tore)
Türchen #11 – Jan Rosenthal (80 Spiele, 11 Tore)
Türchen #12 – Hanno Balitsch (150 Spiele, 12 Tore)
Türchen #13 – Mohamadou Idrissou (64 Spiele, 13 Tore)

Türchen #11

Zum ersten Mal in diesem Adventskalender muss ich nun vom gewählten Pfad abweichen, denn es ließ sich einfach kein ehemaliger Spieler finden, der genau elf Bundesligaspiele für 96 seit 2002 gemacht hat. Um nicht komplett willkürlich einen Spieler herauszugreifen, verbirgt sich hinter dem heutigen Türchen jemand mit genau elf Bundesligatoren für 96….

 

Türchen #11: Jan Rosenthal

„Rosi“ stammt aus Sulingen im Landkreis Diepholz, auf halbem Weg zwischen Bremen und Hannover. Beim SV Staffhorst lernte Rosenthal das Fußballspielen und glücklicherweise entschied der Offensivspieler sich für Hannover 96, als der Zweitligist im Jahr 2000 beim 14-Jährigen vorstellig wurde. In Hannover durchlief Rosenthal die Jugendabteilungen von der C-Jugend bis zur A-Jugend und wollte mit 18 Jahren sofort durchstarten, als ihn ein Kreuzbandriss in einem Testspiel zum Ende der Saison 2004/05 zurückwarf.

So begann seine 96-Karriere erst mit der Saison 2006/07, sein Debüt kam am 1. Spieltag, als er gegen Werder Bremen eingewechselt wurde. Zum 8. Spieltag hatte er sich einen Stammplatz im offensiven Mittelfeld erarbeitet und zahlte das Vertrauen sofort mit seinem ersten Treffer für 96 gegen Schalke 04 bei der 1:2-Niederlage zurück. Natürlich musste es für das erste Tor sofort ein Dropkick von der Strafraumkante in den Winkel sein. Bis zum Ende der Saison blieb es bei regelmäßigen Einsätzen, allerdings weniger in der Zentrale sondern auf dem Flügel, mit Arnold Bruggink im Zentrum und Szabolcs Huszti auf dem anderen Flügel. Am Saisonende standen sechs Treffer und drei Vorlagen.

In der Folgesaison hielt Rosenthals gute Form zunächst an, in 23 Spielen erzielte er vier Tore, darunter ein Doppelpack gegen Rostock. Den Großteil der Rückrunde verpasste „Rosi“ jedoch wegen einer langwierigen Schambeinentzündung. In Sachen Verletzungen wurde es danach aber nur noch schlimmer. Mehrere Muskelfaserrisse reduzierten seine Einsatzzeiten in der Saison 2008/09 auf nur 12 Spiele, in denen ihm auch kein Tor gelang. Trotzdem wird ein Spiel dieser Saison immer in der Erinnerung von 96-Fans bleiben:

Der gehaltene Elfmeter

Am 16. Spieltag war 96 beim VfL Wolfsburg zu Gast, Rosenthal war gerade wieder genesen und stand in der Startelf. Hannover hatte die Wolfsburger Führung durch Jiří Štajner ausgeglichen, kurz hatte Wolfsburg das 2:1 erzielt. Trainer Dieter Hecking hatte bereits zur Halbzeit schon zweimal gewechselt und brachte nun noch Bruggink für Huszti. Zwei Minuten später fiel Edin Džeko im Zweikampf mit Torhüter Florian Fromlowitz und der 96-Keeper sah eine viel zu harte rote Karte. Morten Jensen war auf der 96-Bank zum Zusehen verdammt, als sich der 22-jährige Rosenthal das Trikot und die Handschuhe von Fromlowitz besorgte und sich zwischen die Pfosten stellte. Džeko schoss selbst und „Rosi“ lenkte den Ball unter „Rosenthal, Rosenthal“-Gesängen an den Pfosten und konnte auch den Nachschuss mit seinen Kollegen entschärfen. Das Spiel ging zwar trotzdem 1:2 verloren, der wahre Sieger des Spiels war aber gefunden.

In der Saison 2009/10 schoss er sein letztes Tor für 96 bei einem 1:0-Erfolg in Köln am 31. Oktober. Nur zwei Wochen später verlor Jan Rosenthal mit Robert Enke sowohl Freund, Vorbild als auch Stütze im Profifußball. Der Suizid Enkes hatte einen starken Einfluss auf jeden Fan und Verantwortlichen von Hannover 96, aber kaum jemanden traf der Tod bei 96 so hart wie die Kollegen in der Kabine. Rosenthal spricht selbst von einem Wegweiser, der im November 2009 einfach nicht mehr da war. In der Rückrunde fiel Rosenthal wegen starker Hüftprobleme aus, sein letztes Spiel machte er Anfang Februar.

Neubeginn

Für Rosenthal stand fest, dass nach dieser Saison ein Umbruch anstand. Ein ruhigeres Umfeld sollte dazu führen, dass man all das Erlebte der letzten Monate in Hannover hinter sich lassen, die Vielzahl an Verletzungen endlich überwinden und so zu alter Stärke zurückfinden könnte.

Zumindest Punkt eins und drei wurden erreicht, Verletzungen blieben weiterhin ein Bestandteil seiner Karriere. Einige Muskelfaserrisse und ein Sehnenanriss reduzierten seine Spielzeiten zu durchschnittlich 20 Partien in den drei Saisons im Breisgau. Natürlich hatte er das Tore schießen nicht verlernt und so netzte er auch gegen Hannover 96 im Rückspiel der Saison 2010/11, als Hannover 3:1 gewann. In der Saison 2012/13 erreichte der SC Freiburg unter Christian Streich einen beeindruckenden 5. Tabellenplatz und erreichte die Europa League. Selbstredend musste „Rosi“ auch in dieser Saison gegen Hannover treffen, dieses Mal gewann Freiburg mit 2:1.

Aus Baden nach Hessen

Nach eigenen Angaben fühlte sich Rosenthal nun aber wieder gefestigt genug, um aus der Beschaulichkeit Freiburgs herauszukommen und sich auf einer etwas größeren Bühne erneut zu messen. Mittlerweile war er auch 27 und konnte auch mit anderen Vereinen international spielen. Bereits im März 2013 verkündete Eintracht Frankfurt die Verpflichtung des Niedersachsen, weil Rosenthal seinen Vertrag in Freiburg nicht verlängern wollte.

Die Zeit in Frankfurt verlief aber sehr unglücklich: Zunächst hatte er immer noch Probleme mit seinen Oberschenkeln, dann schaffte er es nicht mehr, einen Stammplatz dauerhaft zu erobern. Dafür ging ein Traum in Erfüllung, als er während der Saison dreimal in der Europa League auf dem Rasen stand. Gegen Qarabağ Ağdam legte er in der Qualifikation ein Tor auf, während der Gruppenphase spielte er gegen APOEL Nikosia und in der KO-Runde konnte er gegen den FC Porto das Aus nicht verhindern.

In der Saison 2014/15 plagte „Rosi“ zunächst ein langwieriger Infekt, danach kam er nicht mehr auf den Leistungsstand des Kaders, deswegen wurde er im Januar 2015 nach Darmstadt ausgeliehen. Während der Rückrunde spielte er verständlicherweise nicht besonders viel, machte als echter 96er aber alles richtig und schoss den 1:0-Siegtreffer gegen Eintracht Braunschweig. Als Darmstadt zum Saisonende völlig überraschend aufgestiegen war, konnte so ein erfahrener Spieler den „Lilien“ nur helfen und so löste Rosenthal seinen Vertrag in Frankfurt auf und wechselte fest nach Darmstadt.

Zurück in der Bundesliga

Bei Darmstadt steht Rosenthal eigentlich immer in der Startelf, auch wenn er einer der ersten Spieler ist, die immer ausgewechselt werden. Mit mittlerweile 29 ist „Rosi“ zum Führungsspieler gereift und sorgt mit seinen Leistungen als hängende Spitze auch mit dafür, dass man völlig unerwartet relativ sicher auf Platz 12 steht. Letztes Wochenende gab es den Derbysieg gegen die Eintracht, morgen Nachmittag hofft „Rosi“ auf seinen ersten Saisontreffer gegen die Hertha.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Heute nicht.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)
Türchen #10 – Roman Wallner (10 Spiele, 0 Tore)

Türchen #4

Spieltag. Am 4.12. spielt Hannover 96 bei Schalke 04. Und wie es der Zufall so will, steht Schalke im Fokus des nächsten 96-Spielers…

Türchen #4: Adrian Nikci

Es war Sonntag, der 26. August 2012, kurz nach 19 Uhr. Im Niedersachsenstadion stand am 1. Spieltag der Saison 2012/13 der 23-jährige Adrian Nikci an der Seitenlinie. Trainer Mirko Slomka nahm seinen letzten Wechsel vor, sein letzter Trumpf. Nach einem guten Start in das Spiel – Neuzugang Felipe hatte die Führung erzielt – hatte der Gast aus Gelsenkirchen in der zweiten Halbzeit durch Huntelaar und Holtby das Spiel gedreht. Direkt im Anschluss waren Sobiech und Huszti für die Belebung der Offensive in die Partie gekommen, jetzt in der 77. Minute stand der Schweizer mit kosovarischen Wurzeln bereit, dem Spiel die erneute Wendung zu geben.

Er klatschte mit dem Torschützen Felipe ab und betrat das Feld. Knapp drei Minuten später feierte Nikci vor der Nordkurve den Ausgleich. Seinen Ausgleich. Was für ein Start in die Bundesligazeit bei 96. Jan Schlaudraff hatte sich auf der Außenbahn durchgetankt, auf der Grundlinie den Ball flach und scharf in den Strafraum gespielt und der Joker aus der Schweiz stach sofort. Der Punkt war zurückerobert und konnte bis zum Spielende gehalten werden.

Seine ersten Minuten für 96 waren das aber nicht: Nur ein paar Tage zuvor war das Europa-League-Playoff-Hinspiel gegen Slask Wroclaw gespielt worden, ein komplett beklopptes 5:3 in Polen, welches die Weichen für die erneute Gruppenphase in der Europa League gestellt hatte, aber dank zahlreicher defensiver Schnitzer genug Fragezeichen offen ließ. Nikci hatte nach dem fünften Treffer Spielminuten zum Vertrödeln bekommen.

Der Weg für eine legendäre Zeit bei Hannover 96 war auf jeden Fall geebnet, am 2. Spieltag in Wolfsburg – Szabis Vier-Vorlagen-Gala – durfte er eine Viertelstunde mitwirken, am 4. Spieltag in Hoffenheim stand er sogar in der Startelf, wurde erst nach dem 1:2 kurz vor Schluss ausgewechselt. Alles hätte gut sein können…

Beginn der Leidenszeit

Dann erkrankte Nikci Ende September an Meningitis. Zwei Wochen lag der Schweizer im Krankenhaus, bis er von den Ärzten das Okay bekam, wieder nach Hause zurückzukehren. Er begann von da an wieder von null. Er kämpfte sich aber wieder heran, im November wurde Nikci im Spiel bei Bayern München – am 13. Spieltag – als Comebacker eingewechselt, als es bereits 0:5 stand. Nach seiner Zeit bei 96 beklagte Nikci sich, er sein von den Vereinsärzten dazu gedrängt worden, schnell wieder fit zu werden. Ein Vorgehen, welches ihm andere Ärzte im Nachhinein als gefährlich bescheinigt hatten.

In der Gruppenphase der Europa League durfte er ebenfalls noch zweimal als Joker mitmachen, um die „Roten“ in die Zwischenrunde zu führen, das letzte Spiel für 96 machte er im Dezember 2012 beim 2:2 gegen UD Levante, als er für den verletzten Lars Stindl einspringen musste.

Es folgten weitere Verletzungen und Rückschläge. In der Rückrunde schaffte er es ein paar Mal auf die Ersatzbank, aber mehr als Warmlaufen durfte er sich nicht. Auch in der kommenden Saison 13/14 wurde es nicht besser. Statt als Kaderspieler zu versauern, durfte er zumindest bei der zweiten Mannschaft aushelfen. Dass sich die Wege trennen würden, war aber klar. Im Januar 2014 wurde er an den FC Thun verliehen, zurück in die Schweizer Heimat.

Adoptierte Schweizer Heimat

Geboren in Sarajevo, war Nikci in seiner Kindheit in den frühen 90ern durch die Kriege auf dem Balkan in die Schweiz gekommen. In seiner Jugend schloss er sich dem FC Zürich an und durchlief alle Altersstufen, bis er 18 Jahren sein Ligadebüt gab. In den folgenden Jahren wurde er Stammspieler in Zürich und spielte Champions League gegen Bayern, Milan und Marseille und hatte sich so bereits viel Erfahrung erarbeitet, bevor er mit Anfang 20 Richtung Deutschland aufbrach.

Bei Thun spielte er nun wieder regelmäßig und traf in 16 Ligaspielen dreimal, das reichte am Saisonende zu Platz 6. In Hannover stand seit der Winterpause Tayfun Korkut an der Seitenlinie, aber auch bei diesem Trainer war klar, dass Nikci weiter bei anderen Vereinen spielen würde. Sein Vertrag lief noch ein weiteres Jahr, deswegen wurde er wieder verliehen, dieses Mal für zunächst ein halbes Jahr zu den Young Boys aus Bern, eine größere Hausnummer als noch Thun. Bei den Young Boys spielte Nikci vor allem als Joker in der Liga und in der Europa League. Damit war er der letzte 96-Spieler, der international spielte, während er offiziell noch Spieler bei Hannover war. Gegen Slovan Bratislava wiederholte er seine gegen Schalke präsentierten Joker-Qualitäten, als er eine Minute nach seiner Einwechslung am ersten Gruppenspieltag zum 4:0 traf.

Nächster Halt: Liga 2

Durch die Formalitäten ist es so, dass ein Spieler nicht bis zu seinem Vertragsende verliehen werden darf, Nikci kehrte also mit nun 25 Jahren zurück nach Hannover. Theoretisch hätte Nikci jetzt eine Halbserie auf der Tribüne im Niedersachsenstadion verbringen können. Er entschied sich aber dafür, den Vertrag aufzulösen.

Zurück in die Schweiz ging es aber nicht: so dringend wollte in Young Boys nun auch nicht haben. Stattdessen ging der Blick Nikcis Richtung Franken, er heuerte beim „Glubb“ in Nürnberg an. Hier traten aber wieder seine auch schon vorher bekannten Probleme mit Adduktoren und Leisten auf, es reichte insgesamt nur für fünf Kurzeinsätze für die Nürnberger.

Im Sommer 2015 ging es schon wieder weiter: Beim FC Union trainierte Norbert Düwel, ein ehemaliger Co-Trainer von Mirko Slomka, unter dem Nikci ja seine erfolgreichste Zeit verbracht hatte. Ohne viel Risiko zu gehen, verpflichtete Union den Schweizer. Besser lief es für ihn dort aber auch nicht. Bislang stehen ganze zwei Minuten Einsatzzeit gegen 1860 München am 4. Spieltag auf der Uhr. Seitdem hat es entweder leistungs- oder leistentechnisch nicht gereicht. Momentan fällt er zunächst einmal bis zum Ende der Hinrunde aus. Es wird aber auch gemunkelt, dass seine Profikarriere schon bald beendet sein könnte, weil er einfach nicht mehr fit werde. Zu wünschen wäre ihm, dass ihm noch ein Comeback gelänge. Im Zweifel ein Einsatz ab der 77. Minute, der nur wenige Minuten später torjubelnd abdrehend gefeiert wird.

Wie eine echte #h96legende.

Noch jemand?

Zu all jenen, die mal transferiert wurden, um einen internationalen Lauf zu ermöglichen, kommen ja auch solche Spieler, die heldenhaft mit der Mannschaft aufgestiegen sind, danach jedoch in der ersten Liga keinen Fuß fassen konnten. Ein erstes Beispiel dafür ist Conor Casey, der 2001 von Borussia Dortmund als Sturmtalent aus den USA geholt wurde. Hannover 96 lieh den US-Boy aus und er half mit sieben Tore in 19 Spielen zum Aufstieg in die Bundesliga mit. Dort waren seine Einsatzminuten dann sehr limitiert, jedoch war sein letztes Spiel für Hannover sein wichtigstes: Am 34. Spieltag wurde Casey eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt und köpfte zehn Minuten später zum 1:0-Siegtreffer ein, der Hannovers Saison auf Platz 11 beenden ließ und Bielefelds sofortigen Wiederabstieg besiegelte. Nach Aufenthalten bei Karlsruhe und Mainz ging Casey wieder in die MLS, nach Toronto FC und den Colorado Rapids spielt Casey mit 34 jetzt bei Philadelphia Union.

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)

Das Ding mit Gülselam

Jetzt ist es also mal wieder soweit. Drei Spiele in Folge verloren. Zum zweiten Mal diese Saison. Beim ersten Mal waren es Stuttgart, Bayern und Gladbach, nun Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg. Drei Spiele, wo man prinzipiell als Hannover 96 sagen kann: kann man gegen punkten, aber wahrscheinlich sind die drei Teams besser als wir. Aber man stand ja vor dem Bayer-Spiel hochverdient und die Augen nur nach oben auf Platz 4 und wir träumten alle von Champions-League-Nächten im Niedersachsenstadion und ordentlichen Reisen durch Europa….

Hahaha. Ja nee, is klar. So, nun haben wir drei Spiele gegen Champions-League- bis Europa-League-Aspiranten verloren, was wir nachweislich (siehe offizielles Saisonziel vor dem 1. Spieltag) nicht sind. Und in einer Saison, in der der erste Teil des großen Durchbruchs im Kader stattfindet (der noch größere Teil 2 folgt im Sommer) und in der es keinen Stress, keinen Druck, keine Panik auf Team und Trainer geben sollte, drehen die Fans teilweise frei, dass es nicht mehr feierlich ist.

Das ging ja schon los, als nach Stuttgart-, Bayern- und Gladbach-Niederlagen die ersten Stimmen laut wurden, die allen Ernstes Mirko Slomka wiederhaben wollten. Der Griff zum Alkohol war selten so schnell. Leute…

Jetzt sind die nächsten Spiele verloren, die ja gar nicht mal so schlecht waren (aber das ist ja wieder dieses gefährliche Abdriften vom Schwarz-Weiß-Denken in differenzierte Graubereiche… gegen Leverkusen teilweise auf Augenhöhe und mit guten Chancen gegen Leno, gegen Hoffenheim schöne Kombinationen und fast ein Punkt dort, wo wir nie punkten, gegen Wolfsburg mindestens gleichauf) und ein Sündenbock ist wieder schnell gefunden. Ceyhun Gülselam.

Kleiner Exkurs

Während der Zwangspause von Andrööösen mit Kreuzbandriss 2012/13 hatte 96 ein defensives Mittelfeld bestehend aus Pinto und Schmiedebach. Beide können mit dem Ball um und sind aggressiv im Zweikampf. Was ihnen fehlt, ist Lufthoheit. Was dazu führte, dass bei Abstößen immer ein Innenverteidiger (Schulz, Eggimann, Haggui) ins Mittelfeld rücken musste, um den Ball in der Luft zu attackieren. Die Abwehrkette war dadurch per se zerstört und in die Lücken stießen die Gegner sofort. Erinnert sich jemand an das 4:5 zum Rückrundenauftakt bei Schalke? Ein Paradebeispiel. In seiner Not hatte Manager Schmadtke, der wie Trainer Slomka um das Problem wusste, fünf Tage zuvor einen Top-Transfer getätigt. Durch akribisches Video-Studium hatte Schmadtke einen Hünen, ja gar einen Bullen in den Niederungen der brasilianischen Liga ausgemacht. Der nächste Transfer aus dem Nichts à la Abdellaoue und Ya Konan. Und es kam… Franca. 8 Zentimeter zu klein, infiziert mit Tuberkulose. Der Verein das Gespött der Liga.

Im Sommer 2013 holte der neue Sportdirektor Dirk Dufner einen langen, spielstarken Innenverteidiger/defensiven Mittelfeldspieler, den erwähnten Sané für kolportierte €2m. Mit ihm stabilisierte sich die Abwehr ein wenig, vor allem aber war Andrööösen wieder fit und erneut Stammkraft auf der 6. Nach der Hinrunde unter Mirko Slomka wurde Sané relativ schnell unter Nachfolger Korkut aus disziplinarischen Gründen in die Reserve verschoben. Sané ist beliebt bei den Fans. Die Entscheidung wurde von Anfang an kritisiert, immer wieder wurde die Rehabilitierung gefordert. Neulich wurde sie tatsächlich vollzogen, die Differenzen zwischen ihm und dem Coach scheinen geklärt.

Zurück zu Gülselam

Mit Sané in der Reserve und Andrööösen sowohl im fortgeschrittenen Alter als auch weiter verletzungsanfällig suchte der Verein einen neuen Ausputzer nach beschriebenem Profil. Es wurde Ceyhun Gülselam. Ablösefrei. Vertrag bis 2016, kaum Risiko für den Verein. Die Saison begann, Andrööösen war fit und spielte neben Schmiedebach auf der Doppel-Sechs. Spielerisch war das nicht berauschend, aber es lief ganz gut, der Saisonstart war erfolgreich.

Dann kam das, was keiner ahnen konnte: Andrööösen war wieder mal verletzt. Neuzugang Gülselam sprang ein. Warum? Er ist defensiver Mittelfeldspieler, kopfballstark, aggressiv in den Zweikämpfen. Er spielte nun also. Sein Job war die Spieleröffnung zwar nicht – dafür steht neben ihm der 17 Tage ältere Manuel Schmiedebach, der jahrelang von Sergio Pinto lernte – aber er probierte es und das ging auch oft genug schief. Dafür eroberte er den Ball am Boden und in der Luft. Machte also seinen Job nicht schlecht. Aber er hat in seiner ersten Bundesliga-Saison halt auch noch Fehler im Spiel. Haben andere auch. Seine sahen teilweise sehr unglücklich aus, besonders das Eigentor in Aalen im Pokal ist bei den Fans im Kopf hängen geblieben. Da ist das Tor gegen Leverkusen vergleichsweise nichts wert.

Kaderplanung

Gülselam spielt da, wo Teile der Fans einen besseren Spieler sehen wollen. Einen wie Sané. Vielleicht kommt der bald wieder in die Startelf, vielleicht auch nicht. Fakt ist, besser ist unser Kader nicht. Ja, das kann man dem Manager anlasten. Dieser hatte im Sommer aber genug damit zu tun, das vorhandene Geld in wichtigere Baustellen zu stecken. Joselu, Kiyotake und Albornoz waren wichtige Bauteile im neuen Kader nach dem Abgang von Huszti, Diouf und Pocognoli (und weil Pander immer verletzt ist). Die restlichen benötigten Spieler wurden dann ablösefrei geholt: Almer, Briand, Gülselam, Hirsch, Karaman, Pietler, Rankovic, Stankevicius, Thesker. Manche davon sind fester Bestandteil der Mannschaft, andere spielen in der Reserve. Wie dem auch sei, es sind Transfers ohne Risikos, teilweise mit Perspektive, teilweise als Übergangslösung.

Sündenbock

Jetzt also das: Hämischer Applaus bei der Auswechslung gegen Wolfsburg von den eigenen Fans. Wenn es eins zeigt, dann wie schnelllebig das Geschäft ist. Und, dass 96 nicht anders ist als jeder andere Verein. Auch wenn man es nach den letzten fünf Jahren gerne hätte. Fans, die Spieler verhöhnen und niedermachen und es versuchen mit “Kritik darf man aber äußern” zu begründen. Dass etwas als Beleidigung aufgefasst werden kann, wo es als Kritik gemeint war, scheint bei manchen Fans nicht bekannt zu sein. Und dass die Grenze zwischen Kritik und Beleidigung bei jedem Menschen unterschiedlich verläuft, gehört ebenfalls dazu. Dass die Psyche eines Fußballers, eines Menschen, kein unwichtiger Teil ist, sollte gerade in Hannover allen Fans bewusst sein. Vor jedem Spiel wird “Niemals Allein” gesungen, danach ein einzelner Akteur auf dem Platz herausgepickt und beleidigt. Wir waren schon mal so viel weiter, warum jetzt dieser Rückschritt? Warum jetzt das Niedermachen? Ich begreif es nicht.

Hannover 2:1 Schalke – Bittersweet Victory

Ich glaube, so knapp 20 Minuten lang war ich am Samstag schlecht gelaunt. Die Zeitspanne begann mit einem Stellungsfehler von Marcelo und endete mit einer Grätsche von Edgar Prib. Davor war ich angespannt bis zufrieden, danach zufrieden bis glücklich.

Vor dem Spiel hatten fast alle, ich eingeschlossen, mit dem Startelf-Debüt von Hiroshi Kiyotake anstelle des verletzten Lars Stindl gerechnet. Tayfun Korkut entschied sich aber stattdessen für Miiko Albornoz, der auf die linke offensive Seite rückte, Edgar Prib übernahm die Zentrale. Auf der Bank nahm erstmals Kenan Karaman Platz, Maurice Hirsch spielte dafür bei der U23 mit.

 

Meiner Meinung nach kam es der Mannschaft sehr entgegen, dass sie sich zunächst einmal defensiv aufstellen konnte. Zwar entwickelte sich daraus kein spannendes Spiel (es war ehrlicherweise ziemlich schlecht), aber zumindest vermied man so defensive Aussetzer wie noch in der Woche zuvor im Pokal. Die Bemühungen der Gäste bestanden zumeist aus langen Diagonalbällen und Standards, ansonsten war der Raum gut zugestellt und es wurde mit allen Mannschaftsteilen verteidigt. Selber nach vorne entwickelte sich allerdings auch nicht viel, wobei Joselu, Prib und Albornoz in einigen Situationen gute Ansätze zeigten. Die einzige echte Chance vergab Joselu. An dieser Stelle noch einmal gute Besserung an Sead Kolasinac, der sich nach 15 Minuten bei seiner Grätsche einen Kreuzbandriss zuzog.

In der Halbzeit schrieb ich kurz mit Tobias Escher von Spielverlagerung, der ebenfalls die Langweiligkeit des Spiels aufgrund der ähnlichen Systeme monierte. Da sagte ich ihm noch, dass ich soweit erstmal ganz zufrieden sei, der Gegner heiße immerhin Schalke 04, wobei er meinte, dass da noch mehr ginge, wenn man sich traute. Tja, und dann sah es direkt nach Wiederanpfiff so aus wie in Minute 40 in Walldorf. Die hochstehende Abwehrkette mit einem Pass zerlegt, Marcelo setzt hinterher, aber weil Choupo-Moting schneller ist als ein Regionalliga-Stürmer, kommt es nicht zur Notbremse, sondern zum Querpass. 1:0, Huntelaar.

 

Ja, da war die Laune erstmal weg. Hannover machte aber auch nicht den Eindruck, sofort etwas am Ergebnis ändern zu können. Stattdessen versuchte Schalke es noch 1-2mal, Zieler konnte sich aber mit einem schönen Reflex auszeichnen. Korkut brachte Kiyotake für Albornoz, der bis dahin für mich der beste 96er auf dem Platz war. Aber nur kurze Zeit später kam der erste erfolgreiche Konter. Bittencourts zeigte mit seiner ersten gelungenen Aktion des Spiels Boateng auf der rechten Außenbahn die Rücklichter und servierte Eddi den Ball auf dem Silbertablett. 1:1. Drei Minuten später holte man sich den Ball auf der linken Abwehrseite, Eddi sprintete nach vorne und legte den Ball auf Joselu quer. 25 Meter, abgefälscht, 2:1. Spiel gedreht, keiner wusste wie oder warum. Zwei Konter, die einfach saßen.

Für Prib kam kurz vor Schluss Gülselam zu seinem Debüt. Und nachdem Hiroki Sakai den Raum vor ihm nutzte und nach einem 50m-Lauf den Ball auf den Kopf von Joselu legte, der aber mit seinem Aufsetzer-Kopfball nur die Latte traf, durfte der Spanier mit Beifall vom Platz und für die letzten Minuten schnupperte Artur Sobiech seine ersten Bundesligaminuten seit langer Zeit. Dann war Schluss, vom Gast kam nichts mehr.

 

Wie bereits erwähnt, für die ersten 60 Minuten war Miiko Albornoz der beste Spieler für mich. Er passte in das System und konnte mehr Akzente setzen als Leo auf der anderen Außenbahn. Nach einer Stunde war die Luft wahrscheinlich ein bisschen weg, glücklicherweise schlugen dann Eddis 30 Minuten. Ein Tor und eine Vorlage lassen ihn natürlich zum Spieler des Spiels werden, insgesamt war das am Samstag seine bis dato beste Leistung in einem 96-Trikot, ohne Frage. Wer mir auch noch sehr gut gefiel, war Joselu. Der Junge war überall. Vorne, auf dem Flügel, am eigenen Sechzehner. So einen Arbeitseinsatz nach hinten verbunden mit der Torgefahr vorne habe ich von einem Stürmer bei Hannover 96 seit Jahren nicht gesehen. Das war toll.

 

Weniger toll – und hier reiht der Blog sich ein in die lange Liste der grandiosen Überleitungen unserer Zeit – war die unerwartete Diagnose bei Edgar Prib am Sonntag. Meniskus im Knie kaputt, OP benötigt. Richtig bitter für Eddi, der gerade richtig Werbung für sich gemacht hatte. Ohne ihn und Stindl werden wir mal sehen, wer am Sonntag in Mainz offensiv starten kann.

In other news: Hannover hat die Arbeit auf dem Transfermarkt eingestellt. Voraussichtlich letzter Neuzugang ist Jimmy Briand, 29-jähriger französischer Stürmer, der ablösefrei für zunächst einmal ein Jahr an die Leine wechselt. Briand kann vorne und auf dem rechten Flügel spielen, wird also, nachdem er den Trainingsrückstand aufgeholt hat, Leo auf dem Flügel etwas Konkurrenz machen. Insgesamt ein Transfer ohne viel Risiko, das passt.

 

Der Nachwuchs

In Bremen kam die U23 mit 0:3 (0:0) unter die Räder und kassierte damit die erste Niederlage der Saison. Dabei spielte Marius Stankevicius zum ersten Mal im Trikot der Roten, Seite an Seite mit Salif Sané. Ob der in den verbleibenden Tagen noch einen Klub findet, der ihn (zur Leihe) aufnimmt, warten wir mal ab. Ich denke aber nicht, dass er sich mit einem ganzen Jahr Regionalliga die Karriere ganz stark verbauen will.

 

Und sonst?

  • Mame Diouf wartet weiter auf sein erstes Tor bei Stoke. Obwohl man gegen Hull lange in Überzahl war, agierte der Stürmer sehr glücklos und konnte sich immerhin über das späte 1:1 mitfreuen.
  • Szabi hat in China mal wieder verloren, 1:3 beim Tabellenvierten. Die Abwehr seines Vereins müssen sie auf irgendeiner Kreisliga-Koppel eingesammelt und nach China geflogen haben, das ist schlimm…
  • Poco ist bei West Brom Stammspieler, jetzt anscheinend etwas verletzt. In den Highlights zeigt er sich aber sehr engagiert nach vorne mit präzisen Flanken und defensiv stark.

Auftakt!

Los geht’s. Auf in eine neue Saison. Nach neuem Trikot, neuem Hauptsponsor und neuen Spielern nun hier ein neuer Blog, der sich wohl hauptsächlich um das Thema Hannover 96 drehen wird (Exkursionen in andere Bereiche nicht ausgeschlossen).

Nachdem gestern Vormittag der Trainingsauftakt durchaus positiv war und die vier Neuzugänge Vladimir Rankovic, Joselu, Stefan Thesker und Kenan Karaman zum Foto und zur Pressekonferenz bereitstanden, schlug heute am zweiten Trainingstag schon wieder die Verletzungsseuche zu. Kreuzbandriss. Was für eine Grütze. Es tut mir so leid für André Hoffmann, der in der letzten Saison gute Leistungen in der Innenverteidigung gezeigt und mit Marcelo eine ziemlich gute Partnerschaft aufgebaut hatte. Jetzt steht wahrscheinlich erst einmal die OP und dann ein halbes Jahr Pause an. Gute Besserung an dieser Stelle!

 

Auf der angesprochenen Pressekonferenz lag das Hauptaugenmerk vor allem auf Neu-Stürmer Joselu, der bereits die Trikotnummer 11 von Didier Ya Konan trug, was natürlich zu Spekulationen führte.

Neben den üblichen Phrasen, die ein Neuzugang so sagt („erfreut über das Interesse“, „Besuch im Verein hat die Entscheidung bekräftigt“, „will der Mannschaft mit Toren weiterhelfen“,…) und der üblichen Boulevard-Frage zu seinen Tattoos gab es auch die Frage nach der Nationalelf, bei der Joselu sagte, dass bei Spanien generell nun ein Umbruch anstehe und er eventuell für sich auch die Chance sehe, dabei sein zu können. Jede Menge Konjunktiv dabei (den man als Boulevardmedium natürlich gut ausklammern kann, wenn es an die nächsten Schlagzeilen geht).

Die beiden Hoffenheimer Thesker und Karaman durften – wie die anderen beiden – berichten, dass sie ihre neue Wohnung bereits gefunden hätten und wurden dann noch zum Unterschied Hannover – Hoffenheim gefragt. Thesker fand die Ruhe in Hoffenheim (Überraschung!) eher negativ und freut sich auf mehr Trubel. Wie genau das zu bewerten ist, kann er aber natürlich erst in einem halben Jahr einschätzen. Karaman schloss sich da an und freut sich auf die gute Stimmung. (Was man dann halt so sagt, wenn man bei einem neuen Verein ist.) Er hatte unter Korkut in der U16 und U17 in Hoffenheim trainiert und freut sich nun, dass sich die getrennten Wege wieder vereinigt haben.

Der Bayer Rankovic wurde etwas außen vor gelassen, musste nur einmal die obligatorische Umzugsfrage beantworten. Da sein Wechsel schon länger feststand, hat er sich schon mehr als der Rest versucht einzuleben, der bayrische Akzent bleibt aber hartnäckig.

Der fünfte Neuzugang Miiko Albornoz freut sich derweil in Brasilien auf das Achtelfinalspiel der Chilenen gegen den Gastgeber und auch wenn er – ähnlich wie Ron-Robert Zieler – wahrscheinlich keine Spielpraxis erhält, ist die Erfahrung für ihn sicher großartig.

Die Leih-Rückkehrer Samuel Radlinger, Ali Gökdemir, Florian Ballas und Adrian Nikci werden wohl allesamt keine wirkliche Zukunft haben, anders als möglicherweise die A-Junioren Kevin Krottke, Sebastian Ernst und Niklas Teichgräber, die Profiverträge bekommen haben.

 

Was gibt’s sonst noch? Keiner kennt den neuen Hauptsponsor, aber er macht sich gut auf dem Trikot. Dieses sieht nicht nur besser aus als das letzte, was wirklich nicht schwer war, es sieht sogar richtig gut aus.

Hiroki Sakai hat 0 Minuten WM gespielt und sah damit besser aus als der Rest der japanischen Mannschaft. Ya Konan durfte eine Viertelstunde spielen, war dann verletzt und dann raus.

Salif Sané trainiert bei der Reserve, wird dem ersten Klub, der fragt, hinterhergeworfen. Trotz Hoffmann-Ausfall.

Saisonziel ist ein einstelliger Platz mit Hoffnung auf Europa. Klingt gut, mit den von Dufner versprochenen zwei weiteren Neuzugängen – einer offensiv, einer defensiv – und der einhergehenden Kaderverdünnung (Ya Konan, Pocognoli, der o.a. Rest) auch drin.

 

Müssen wir nur noch hoffen, dass die Vorbereitung nicht so verletzungsverseucht wird wie im vergangenen Jahr und dann kann die Saison auch langsam kommen. Jetzt aber erstmal wieder WM.