Türchen #2

Nachdem der Auftakt gestern so gut geklappt hat, geht es gleich weiter mit…

Türchen #2: Marius Stankevicius

Marius Stankevicius ist wahrscheinlich der erfolgreichste 96er der jüngeren Geschichte. Zwei Einsätze, 80 Minuten Gesamtspielzeit: 6 Punkte. Volle Ausbeute. Damit ist Stankevicius vermutlich Tayfun Korkuts Königstransfer.

Stankevicius kommt aus Kaunas, einer Stadt, welche Anfang der 80er Jahre noch Teil der UdSSR war. 1990 – als Stankevicius neun Jahre alt war – erklärte Litauen im Zuge der Perestroika nach den ersten freien Wahlen die Unabhängigkeit. Kaunas, damals wie heute zweitgrößte Stadt des Landes, war aber nicht der Ort, an dem Stankevicius das Fußball spielen lernte. Er zog dafür nach Panevėžys, zum FK Ekranas, und durchlief dort in den 90er Jahren die Jugendabteilung und stieß schnell in die erste Mannschaft. Als junger, großer Innenverteidiger erweckte er die Aufmerksamkeit italienischer Vereine und zog in die große Fußballwelt, um in der Serie A seinen Weg zu gehen.

Brescia und Nationalmannschaft

Mit 20 Jahren landete er in der Lombardei bei Brescia Calcio, einem Verein, der mit ziemlicher Regelmäßigkeit zwischen Serie A und Serie B pendelt. Stankevicius wurde zunächst verliehen, schaffte es dann aber, sich einen Stammplatz zu ergattern und spielte über 170 Mal für die „Biancazzurri“, natürlich in beiden Ligen. Zur gleichen Zeit wurde er auch Nationalspieler. Insgesamt 67 Spiele bestritt er für Litauen, schoss dabei vier Tore. Gleich sein viertes Länderspiel war ein EM-Qualifikationsspiel zuhause in Vilnius gegen die deutsche Nationalmannschaft, welche frisch gebackener Vizeweltmeister war. Er spielte als Rechtsverteidiger und sorgte mit einem Eigentor für den 0:2-Endstand.

Sampdoria, Sevilla, Valencia – die Glanzzeit

2008 spielte Brescia in der zweiten Liga, Stankevicius aber überzeugte. Der Nationalspieler wurde in diesem und dem nachfolgendem Jahr “Litauens Fußballer des Jahres”, traf dreimal in der WM-Qualifikation 2010, trotzdem reichte es in der Gruppe nur zu Platz 4. Er spielte aber nicht mehr in Brescia. Sampdoria Genua hatte im Sommer 2008 3 Millionen Euro auf den Tisch gelegt und sich die Dienste des nun 27-Jährigen gesichert. Er war zu einer sicheren Bank in der Defensive geworden, sei es als Innenverteidiger oder als rechter Außenverteidiger. Sampdoria hatte große Hoffnungen, spielte als Tabellensechster international. Zum Ende der Saison 08/09 stand der Klub mit dem Litauer in der Startelf aber nur auf Platz 13. Im Winter der kommenden Saison wurde Stankevicius zum ersten Mal nach Spanien verliehen, zum FC Sevilla. Dort half er als Stammspieler mit, dass Sevilla Tabellenvierter wurde und sich erneut für die Champions League qualifizierte. Er kehrte jedoch nur kurz zum Koffer tauschen nach Genua zurück, 10/11 spielte er die komplette Saison in Spanien – allerdings beim FC Valencia. Er konnte also nicht mit Sevilla gegen Hannover 96 antreten, die durch Jan Schlaudraff gegen jene Mannschaft den Grundstein für den größten europäischen Erfolg legten.

Rom und die Türkei

Bei Valencia machte er 21 Spiele und kehrte mit nun 30 Jahren zurück nach Genua. Dort ging gerade die Welt unter. Genua war abgestiegen, nur wenige Jahre nach Europapokalgenüssen. Stankevicius hatte durchaus berechtigte Ansprüche, erstklassig zu spielen und so ging er für 800.000 Euro nach Rom zu Lazio. Während der zwei Jahre lief aber wenig richtig für ihn. Das Alter holte auf, immer öfter hatte er wegen muskulärer Probleme und vor allem Schmerzen in der Achillessehne sorgten dafür, dass er nur wenige Einsätze erhielt und sich nach Vertragsende eine neue Herausforderung in der Türkei suchte.

In Anatolien bei Gaziantepspor spielte er regelmäßig, die Knochen hielten wieder ganz ordentlich. Um ihn herum war es aber ganz und gar nicht ruhig. Gaziantepspor spielte von Beginn der Saison bis zum letzten Spieltag um den Abstieg, in der Saison hatte Stankevicius drei Trainer, die Rettung geschah erst in letzter Minute. Mit nun knapp 33 Jahren schaute der Litauer sich noch einmal um, ob ein Klub dem vereinslosen Verteidiger nicht eine neue Heimat geben wollte. Und als er schon dachte, “die Spielzeiten in Europa beginnen ohne mich”, kam…

Hannover 96

Am 11. August 2014 wurde Stankevicius präsentiert – als Backup für den Backup – weil sich André Hoffmann das Kreuzband gerissen hatte. Für Stankevicius gab es die Rückennummer 18, einen Vertrag bis Saisonende und zunächst einmal zwei Spiele für Hannover II – gegen Werder II und Cloppenburg. Danach wurde er direkt in den Kader berufen und schaute sich die ordentliche Hinrunde unter Tayfun Korkut auf der Bank an. Doch dann – ausgerechnet vor dem Spiel bei Borussia Dortmund – meldete sich Hiroki Sakai ab und der Posten auf der rechten Abwehrseite musste gefüllt werden. Stankevicius stellte sich der Herausforderung und lief am 9. Spieltag als Rechtsverteidiger auf.

Groß war die Hoffnung unter 96-Fans bei dem Spiel nicht: Erst musste Christian Schulz Linksverteidiger spielen, Felipe begann ein Spiel in der Innenverteidigung, und dann musste auch noch Sakai durch den Backup ersetzt werden, der kurz vor dem Karriereende zu sein schien. Ich stand an dem Tag im Auswärtsblock im Westfalenstadion und hoffte zumindest auf ein schönes Spiel. Und das sollte ich bekommen: Es waren wenige Sekunden gespielt, da holte Stankevicius Einwürfe aus seinen Oberarmen, wie sie zuletzt Michael Tarnat durch 96-Spiele geschleudert hatte. Halbfeldflanken von außerhalb des Spielfelds, punktgenau auf Leo Bittencourt. Ein Traum. Defensiv hatte der 33-Jährige natürlich wenig gegen einen gewissen Marco Reus entgegenzusetzen und er versuchte es auch gar nicht über Manndeckung, sondern versuchte die Passwege zuzustellen, vor allem ging es darum, die Diagonalbälle abzufangen. Das ging einige Male ordentlich schief und alleine der Verfassung des BVB in der Hinrunde war es zu verdanken, dass es glimpflich ausging. Nach 72 Minuten, Hiroshi Kiyotake hatte gerade für die Führung gesorgt, da meldete sich Stankevicius Oberschenkel. Reus hatte ihn deutlich über die Belastungsgrenze gebracht. Korkut brachte Maurice Hirsch und Manuel Schmiedebach durfte das Spiel als Rechtsverteidiger über die Runden bringen.

Stankevicius war nun erst einmal außer Gefecht, stand aber dennoch über den weiteren Saisonverlauf regelmäßig als Alternative auf der Bank zur Verfügung. Die ersten Spiele der Ära Frontzeck verpasste er mit Rückenproblemen, doch am letzten Spieltag, als es um alles ging, und der SC Freiburg alles in Bewegung setzte, um nicht doch noch den Ausgleich zu schaffen, war der Litauer da. Nachdem nur noch zehn Minuten zu spielen waren und die Mannschaft 1:0 führte, beschloss Frontzeck, alle Verteidiger einzuwechseln. So machten Kiyotake und Andrööösen Platz für Felipe und Stankevicius und ein Raunen ging durch das Niedersachsenstadion. Es war doch noch viel zu viel Zeit zum Mauern. Und das konnten wir doch eh nicht. Es spielten jetzt Zieler – Albornoz, Schulz, Felipe, Marcelo, Stankevicius, Sané, Schmiedebach, Stindl – Karaman, Briand in einem 5-3-2 gegen Freiburg und vor allem gegen die Zeit. Natürlich hatte der Trainergott vorausgesehen, dass nur 100 Sekunden später Pavel Krmas das dümmste Eigentor des Jahrzehnts schießen sollte und man nun ein 2:0 verteidigen konnte. Und Gott sei es gedankt, denn Nils Petersen machte ja noch das 2:1 in der Nachspielzeit. So war es aber, dass der Vorsprung hielt und der Abstieg abgewendet worden war. Die Ehrenrunde glich einem kollektiven Ausatmen.

Zurück nach Spanien

Und Stankevicius? Der wusste, dass seine Zeit in der Bundesliga vorbei war. Nie hatte er gemeckert, das wäre auch gar nicht seine Art gewesen. Aber so ganz mit Fußball aufhören wollte er auch noch nicht. Zum Glück hatte er sich in seinen zwei Jahren ein paar Kontakte in Spanien erarbeitet. Der FC Cordoba war desaströs aus der ersten Liga abgestiegen und brauchte nun ein paar neue Kräfte, die beim Wiederaufstieg helfen konnten. Und so spielt Marius Stankevicius nun seit dem Sommer in Cordoba und lässt es sich gut gehen. Wenn er nicht gerade muskuläre Probleme hat – wie seit vergangenem Wochenende mal wieder – bespielt er die Rechtsverteidigerposition seit eh und je.

Eine echte #h96legende.

Noch jemand?

Gestern tauchte der Name Morten Jensen hier auf, der das Spiel nach Daniel Haas bestritt. In seiner Zeit bei 96 machte er noch ein zweites Spiel, am 17. Spieltag der Saison 08/09 gegen Arminia Bielefeld. Ein nicht weiter erwähnenswertes 1:1. 2010 ging der Husumer, der seit der B-Jugend 96er war, nach Kassel. Von da aus transferierte er weiter über Holstein Kiel nach Elversberg. Dort, in der Regionalliga Südwest, spielt der heute 28-Jährige als Stammtorhüter in der 4. Liga.

In der Saison 14/15 tauchte auch Stefan Thesker kurz bei Hannover 96 auf. Im Sommer von Korkut aus Hoffenheim geholt, machte der Verteidiger als Ersatz für Prib und Albornoz links hinten gegen Frankfurt und vor allem gegen Hertha keine schlechte Figur, war in der Winterpause aber schon wieder verschwunden. Ablösefrei geholt, wurde er für 100.000 Euro an Greuther Fürth abgegeben. Dufners Meisterstück. Mittlerweile spielt der 24-Jährige dort relativ regelmäßig. Entweder als Innen- oder als Linksverteidiger.

 

Morgen wird das dritte Türchen geöffnet. Gespannt?

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Türchen #1

Um mich etwas anzuspornen und diesen Blog etwas lebendiger zu gestalten, habe ich auf die völlig abgedroschene Idee eines Adventskalenders zurückgegriffen. Nun soll das Ganze aber auch ein bisschen thematisch gleichmäßig sein und nicht 24x Kraut und Rüben. Denn seien wir ehrlich: Das bekommen wir an den Wochenenden schon oft genug zu sehen.

Wer mir bei Twitter folgt, wird wissen, dass ich öfter mal über Legenden des Vereins schreibe. Natürlich sind dies größtenteils obskure Persönlichkeiten, die gerade einmal eine Handvoll Spiele für die 96 gemacht haben, aber dennoch waren sie alle einmal Teil des Ganzen. Und wer will diese Spieler schon vergessen? (Gut, in einigen Fällen wäre es wohl wirklich besser gewesen…)

With no further ado…..

Türchen #1: Daniel Haas

Und so öffnet sich mit einem leichten Knarren die erste Tür und hinter ihr verbirgt sich ein Torhüter, der es auf genau ein Bundesligaspiel für Hannover 96 gebracht hat – eine echte Legende.

Daniel Haas ist mittlerweile 32 Jahre alt und Stammtorhüter beim 1. FC Union Berlin, aber von 2002 bis 2005 war Haas ein „Roter“. Er kommt gebürtig aus Bayern, das ist aber relativ irreführend. Genauer gesagt kommt er aus der Nähe von Aschaffenburg, vom Main, die Landesgrenze zu Hessen nur einen Steinwurf entfernt. In dieser Ecke sind die bayrischen Bundesligisten rar gesät, nach Nürnberg sind es 200 Kilometer. Und so war es für den Torhüter deutlich einfacher, mit 13 Jahren in die Jugendabteilung der Eintracht aus Frankfurt zu wechseln, zu der es von Zuhause nur eine knappe Stunde dauerte.

In Frankfurt reifte er heran, spielte ab der U15 für jede Jugendnationalmannschaft Deutschlands. Den Sprung von der Jugendmannschaft in den Profikader schaffte er aber nicht. Das lag unter anderem auch daran, dass er sich die Zeit bei Frankfurt nicht nahm. 2001/02 spielten sowohl Frankfurt als auch Hannover 96 in der 2. Bundesliga, Frankfurt war 2001 abgestiegen. Aber während die Eintracht zum Saisonende nur auf Platz 7 stand und Haas 14 Spiele für die Amateurmannschaft machte, war Hannover souverän aufgestiegen.

Die Zeit in Hannover

So ergriff Haas die Chance und kam an die Leine, um sich dort eine Chance zu erspielen. Seine ersten Spiele kamen aber erst in der Saison 2003/04, in der ersten Saison im Oberhaus standen Jörg Sievers, Gerhard Tremmel und Timo Ochs vor ihm, diese spielten für das Profiteam und die Amateure. Ein Jahr später sah die Sache schon ganz anders aus: Jörg Sievers hatte seine ruhmreiche Karriere beendet, Gerhard Tremmel sollte die neue Nummer 1 werden. An seine Seite wurde Marc Ziegler gestellt, der von Austria Wien ausgeliehen worden war. Nach fragwürdigen Leistungen wurde Tremmel schon nach dem 4. Spieltag abgelöst, Marc Ziegler war die neue Stammkraft für die restliche Saison. Tremmel saß bei den Profis auf der Bank. Daniel Haas spielte derweil 18x für die Amateure und bekam so Spielpraxis.

Sein Spiel für 96

Spielpraxis für seinen einzigen Einsatz in der Bundesliga:
Es war der 34. Spieltag der Saison 03/04, Hannover 96 stand in seiner zweiten Saison vor dem letzten Spieltag mit 37 Punkten sicher auf Platz 12. Zum Saisonabschluss ging es für die Mannen von Ewald Lienen zum VfL Bochum, Tabellensechster und mit Peter Neururer in Schlagdistanz zum UEFA-Pokal. Die Aufstellung von Hannover 96 liest sich wie ein Traum: Ziegler – Abel Xavier, Mertesacker, Zuraw, Kleber – de Guzman, Lala – Jaime – Schröter, Idrissou – Christiansen. Der Favorit aus Bochum ging nach 26 Minuten erwartungsgemäß durch einen Peter-Madsen-Kopfball nach Vahid-Hashemian-Flanke in Führung, 96 konnte jedoch durch Thomas Christiansen kurz vor der Pause ausgleichen. Er nahm eine Schröter-Flanke volley.

Doch was war mit Haas? Seine Stunde schlug in der Halbzeitpause. Marc Ziegler meldete sich bei Zettel-Ewald mit Oberschenkelproblemen, der Muskel machte zu. Daniel Haas, 20 Jahre jung, streifte sich sein Trikot über und betrat Bundesligaboden. Und machte in den letzten 45 Minuten der Bundesligasaison keine schlechte Figur. Zwar ging das Spiel letztendlich mit 1:3 verloren, doch kein Gegentreffer war seine Schuld, der „kicker“ berichtet im Gegenteil noch von einigen Paraden, dazu war das 1:2 in der 76. Minute ein Sonntagsschuss, und gab ihm eine 2,5. (Die weiteren Wechsel waren im Übrigen Fabian Montabell und Daniel Stendel für Abel Xavier und Lala, um einen Punkt zu retten.)

Abschied von Hannover

Die Hoffnungen, in der kommenden Saison mehr Spielzeit zu bekommen, wurden im Sommer 2004 aber zunichte gemacht. Für die Startelf wurde ein gewisser Robert Enke verpflichtet, seine Stellvertretung wurde Frank Juric, geholt von Bayer Leverkusen. Haas wechselte zurück zu Hannover II, machte 30 Spiele in der Oberliga Nord und spielte mit den Amateuren im DFB-Pokal – damals, als Amateurteams das noch konnten. (Gegen Oberhausen wurde 0:3 verloren.) Im Sommer 2005 wurde Daniel Haas ausgeliehen, für zwei Jahre an die TSG Hoffenheim, damals noch in der Regionalliga unterwegs. In den beiden Jahren spielte er regelmäßig, aber nicht ausschließlich, hatte sich aber während der zweiten Saison so bewiesen, dass er nach dem Aufstieg in die 2. Liga von der TSG fest unter Vertrag genommen wurde. Hannover kassierte 50.000 Euro.

Haas war Stammkeeper in der Hinrunde von Hoffenheims Durchmarschsaison 07/08, aber zum Winter stand die TSG nur auf Platz 8 mit 22 Punkten, weit hinter den Aufstiegsrängen. Deswegen wurde im Winter Ramazan Özcan von Red Bull Salzburg ausgeliehen, der die zweite Saisonhälfte bestritt und Haas auf die Ersatzbank setzte. (Ja, genau der Ramazan Özcan, der am Samstag vier Tore gegen uns kassiert hat.) Zum Saisonende war Hoffenheim mit 60 Punkten aufgestiegen und Özcan wurde fest verpflichtet. Haas drohte wieder nur die Bank. Doch von dieser aus erlebte er am 6. Spieltag in der Bundesliga ein 4:5 gegen Werder Bremen, nach welchem Trainer Ralf Rangnick reagierte und Haas ins Tor stellte. Von da an war Haas Stammtorhüter und alles hätte gut sein können. Zwar holte 1899 im Winter Timo Hildebrand zurück nach Deutschland, aber dieser hatte mit einigen Verletzungen zu kämpfen.

Am 27. Spieltag änderte sich jedoch einiges, und wieder hieß der Gegner VfL Bochum: Der Gast aus dem Ruhrgebiet lag Mitte der zweiten Halbzeit 2:0 vorne, als sich die TSG selbst zerlegte. Zunächst kassierte Carlos Eduardo für eine Tätlichkeit glatt Rot, nur zwei Minuten später zog Haas vor seinem Strafraum die Notbremse und flog vom Platz. Den Platz zwischen den Pfosten nahm Ramazan Özcan ein, für die letzten Spiele der Saison übernahm Hildebrand, Haas war die Nummer 2.

Und das blieb er auch, ein treuer zweiter Keeper, zunächst hinter Timo Hildebrand, dann hinter dem neu geholten Tom Starke. Er vertrat beide bei Verletzungen, aber die Rollenverteilung war klar. Mittlerweile war es 2012 geworden und Daniel Haas war Ende 20. Der Vertrag lief aus und so sah sich Haas nach einem neuen Verein um. Er fand ihn in der Hauptstadt, beim FC Union.

Wechsel nach Berlin

Dort löste Daniel Haas den gleichaltrigen Jan Glinker ab und war das erste Mal durchgängig Stammkeeper. In der letzten Spielzeit gab es von Trainerseite aus ein paar Mal die Überlegung, den Torhüter zu wechseln, Mohammed Amsif hatte den Posten übernommen, aber nach kurzer Zeit hatte Haas seine Position zurückerobert. Sein Vertrag läuft aktuell noch bis zum Saisonende und Union steht – trotz all der hoffnungsvollen Ankündigungen vor Saisonbeginn – nur knapp über dem Strich. Haas wird mit seiner Erfahrung keine Probleme haben, woanders in der 2. Liga eine Chance als Stammkraft zu bekommen, sollte Union tatsächlich absteigen. Wenn die Klasse gehalten wird, bleibt Haas sicherlich weiter bei Union.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Honourable mention geht an oben angesprochenen Frank Juric, der in seinen vier Jahren bei 96 ebenfalls nur ein Spiel bestritt, sogar komplette 90 Minuten. Er vertrat am 33. Spieltag der Saison 05/06 beim 2.2 gegen Borussia Mönchengladbach Robert Enke, der die letzten beiden Saisonspiele verpasste. Am 34. Spieltag spielte Morten Jensen gegen Bayer Leverkusen (2:2), auf der Bank nahm Jörg Sievers(!) mit jungen 40 Jahren Platz.

Frank Juric verließ Hannover im Jahr 2008 in Richtung australische Heimat und ist nun Torwarttrainer bei Perth Glory.

 

Morgen dann das nächste Türchen… mal schauen, ob jemand errät, wer es sein könnte.