Türchen #23

Beinahe am Abschluss des Kalenders steht die etwas ungewöhnliche Geschichte eines echten Hannoveraners, der den Sprung in die erste Mannschaft schaffte, dann eigene Wege ging und jetzt in der Nachbarschaft in der vierten Liga aufläuft und dort den Nachwuchsspielern mit seiner Erfahrung zur Seite steht.

 

Türchen #23: Bastian Schulz

Auch Bastian Schulz kommt aus Isernhagen, seine Kindheit verbrachte er in den frühen 90er Jahren beim TuS Altwarmbüchen, bis er im Jahr 1997 mit knapp 12 Jahren zu Hannover 96 in die Jugendabteilung wechselte. Dort spielte er in allen Mannschaften und ab 2004 auch in der zweiten Mannschaft. Zwar war er durchaus talentiert und wurde mit 20 Jahren von Ewald Lienen in den Kader berufen, als der erste Spieltag der Saison 2005/06 anstand, aber eigentlich spielte Schulz immer in der Oberliga Nord im Mittelfeld, sei es links, rechts oder zentral. In vier Saisons dort schoss Schulz 16 Tore und half mit, dass Hannover II immer im oberen Tabellendrittel landete.

Bei den Profis

Sein Debüt für die Profimannschaft gab Schulz am 15. März 2008 mit 22 am 24. Spieltag gegen Arminia Bielefeld, als er in der Halbzeit für Altin Lala eingewechselt wurde. Eine Woche später wurde er gegen den MSV Duisburg erneut eingewechselt und stand für den Rest der Saison im Kader. Das Startelfdebüt kam am 3. Spieltag der Saison 2008/09, als er zusammen mit Altin Lala das defensive Mittelfeld gegen den VfB Stuttgart besetzte und man trotzdem 0:2 verlor.

In Erinnerung geblieben ist vor allem der 11. Spieltag dieser Saison gegen den Hamburger SV. Bereits nach fünf Minuten konterte 96 im eigenen Stadion, der Ball kam zu Schulz, der aus 20 Metern einfach mal draufhielt. Der Schuss flatterte und senkte sich über Frank Rost zum 1:0 ins Netz – ein Traumtor. Am Ende stand es 3:0 und Bastian Schulz war der frühe Matchwinner. Der Rest der Saison war eine Mischung aus Startelf, Kurzeinsätzen und raus aus dem Kader. Zu 100% konnte er sich nicht etablieren, war aber immer eine Bereicherung für das Spiel. Am Ende der Saison wollte Schulz, der ansonsten ein bescheidener Spieler war, der nebenbei eine Ausbildung gemacht hatte, zumindest anerkannt haben, dass sein Vertrag nicht mehr ein reiner Vertrag für die zweite Mannschaft war. Immerhin hatte er jetzt schon 23 Bundesligaspiele und ein Tor gemacht. Hannover 96 wollte dem Wunsch aber nicht entsprechen und so suchte sich Bastian Schulz einen neuen Verein.

Auf eigenen Beinen

Beim 1. FC Kaiserslautern hatte der neue Trainer Marco Kurz das Potential des Hannoveraners erkannt und verpflichtete ihn für 100.000 Euro in die 2. Liga. Dort wird Schulz sofort zum Stammspieler und sorgt mit dafür, dass Lautern fast vom Start weg die 2. Liga dominiert und Richtung Bundesliga schielen kann. Kurz vor der Winterpause kommt dann der Schock: Bastian Schulz erleidet einen Kreuzbandanriss, fällt bis fast zum Saisonende aus. Während der Mittelfeldspieler an seiner Rückkehr an den Geräten arbeitet, macht Lautern ohne ihn genauso weiter wie mit ihm. Sie können seinen Ausfall kompensieren und bei seiner Rückkehr am 30. Spieltag steht der Aufstieg so gut wie fest und er muss feststellen: Vermisst hat mich die Mannschaft nicht so wirklich.

Er will es aber wissen und hängt sich im Sommer nach dem Aufstieg rein, möchte wieder Teil der Mannschaft werden. Das geht aber nicht gut, in der Bundesliga erhält er nur drei Einsätze, davon einer von Anfang an, bei dem er beim Stand von 0:3 gegen Stuttgart früh ausgewechselt wird (Endstand 3:3). Deswegen schaut sich Schulz erneut um und unterschreibt bei RB Leipzig in der Regionalliga Nord, wo Schulz wieder Stammspieler ist und mit Leipzig auf Rang 3 landet. Eine Saison später ist es die Regionalliga Nordost nach der Strukturreform des DFB. Das bedeutet teilweise neue Gegner und einen Durchmarsch zum Regionalligatitel für Leipzig. Dank des DFB steigt ein Meister aber nicht sofort auf, sondern muss durch Aufstiegsspiele. Für Leipzig bedeutet das ein Playoff gegen die Sportfreunde Lotte, den Meister der Regionalliga West. Nach einem 2:0-Hinspielsieg stehen alle Zeichen auf 3. Liga, bis Lotte in der 94. Minute das 2:0 schafft und in letzter Sekunde die Verlängerung erzwingt. Dort erweist sich Tobias Willers – Torschütze zum 1:0 und ehemaliger Spieler in Hannovers 2. Mannschaft – als Helfer für Leipzig, indem er ein Eigentor erzielt und so die Weichen auf Aufstieg für RB stellt. In der 110. Minute kommt Bastian Schulz im Lotter Strafraum zu Fall und nach dem erzielten 2:2 per Elfmeter steht der Aufstieg fest. In der 3. Liga ist Schulz mit nun 28 Jahren eigentlich wieder Stammspieler, jedoch setzt Trainer Alexander Zorniger nun vermehrt auf den Youngster Joshua Kimmich. So wird im Winter 2013 der Vertrag aufgelöst und Bastian Schulz zieht zurück nach Niedersachsen.

Wolfsburg

Sein alter Teamkollege Valérien Ismaël ist Trainer von Wolfsburgs Reserve und braucht noch einen erfahrenen Mann, der die ganzen Toptalente mitbeaufsichtigt. Schulz ist sofort dabei und am Ende der Saison 2013/14 ist der Tabellenführer Wolfsburg in den Aufstiegsspielen. Schulz Erfahrung ist dort aber nicht genug, gegen den Underdog Sonnenhof-Großaspach verliert man nach Hin- und Rückspiel 0:1 und muss in der Regionalliga Nord bleiben. Ismaël geht zur neuen Saison nach Nürnberg und Thomas Brdarić übernimmt. Unter ihm wird man aber nur Tabellenzweiter, Schulz trifft immerhin achtmal. Ismaël kommt nach dem gescheiterten Versuch in Nürnberg zum Sommer 2015 zurück und steht zur Winterpause hinter dem VfB Oldenburg auf Platz 2. Schulz hat mit 30 Jahren 15 von bislang 20 Spielen gemacht und bleibt ein Einfluss auf die jungen Spieler. Er träumt immer noch vom Aufstieg in die 3. Liga.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Zur Saison 2003/04 hatte 96 Kléber aus Brasilien ausgeliehen, um in der linken Verteidigung mehr Stabilität zu haben. Er machte 23 Spiele, dabei ein Tor und vier Vorlagen. Nach dem Ende der Leihe ging es für ihn zum FC Basel, wo er aber nur ein Jahr blieb und direkt danach wieder nach Brasilien zurückging und dort im Sommer 2014 seine Karriere beendete.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)
Türchen #10 – Roman Wallner (10 Spiele, 0 Tore)
Türchen #11 – Jan Rosenthal (80 Spiele, 11 Tore)
Türchen #12 – Hanno Balitsch (150 Spiele, 12 Tore)
Türchen #13 – Mohamadou Idrissou (64 Spiele, 13 Tore)
Türchen #14 – Johan Djourou (14 Spiele, 0 Tore)
Türchen #15 – Valdet Rama (15 Spiele, 0 Tore)
Türchen #16 – Artjoms Rudņevs (16 Spiele, 4 Tore)
Türchen #17 – Sören Halfar (17 Spiele, 0 Tore)
Türchen #18 – Ricardo Sousa (18 Spiele, 1 Tor)
Türchen #19 – Sérgio da Silva Pinto (159 Spiele, 19 Tore)
Türchen #20 – Clint Mathis (20 Spiele, 5 Tore)
Türchen #21 – Benjamin Lauth (21 Spiele, 0 Tore)
Türchen #22 – Gerhard Tremmel (22 Spiele, 0 Tore)

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Türchen #17

Ach, seit wie vielen Jahren klagen 96-Fans über Lücken auf der linken Abwehrseite? Sei es Miiko Albornoz, Edgar Prib oder Christian Pander… am Ende bleibt die Ernüchterung, dass es doch alles nicht funktioniert und man mal einen holen müsste, der es wirklich kann und der sich nicht sofort mit dem Coach überwirft (ja, das geht an dich, „Poco“!)… Aber da war doch mal einer? Ja, direkt nach der Ära „Tanne“ Tarnat, ein Junge aus der Region, hochdekoriert…

 

Türchen #17: Sören Halfar

Sören Halfar ist ein echter Hannoveraner. Geboren im Januar 1987, spielte er seinen ersten Fußball bei der DJK TuS Marathon Hannover. Es ging ziemlich schnell zu den größeren Vereinen, zunächst zum TSV Havelse, danach mit 16 Jahren zu Hannover 96. Dort spielte Halfar schon sehr früh in der A-Jugend und kam dort regelmäßig zum Einsatz, mit 17 spielte er gegen den FC Bayern im Halbfinale um die A-Jugend-Meisterschaft, unterlag jedoch.

Im Januar 2005 mit gerade 18 Jahren reiste Sören Halfar mit der Profi-Mannschaft unter Ewald Lienen ins Trainingslager, sein Mentor und Kollege Michael Tarnat wurde immer älter und verletzungsanfälliger. Deswegen gab Halfar in der Rückrunde 2004/05 sein Debüt für Hannover 96 auf der Linksverteidiger-Position. Insgesamt siebenmal stand er bis zum Sommer auf dem Platz, darunter viermal über die kompletten 90 Minuten.

In der kommenden Saison rückte der Youngster wieder hinter Michael Tarnat in die zweite Reihe zurück, um zu lernen, aber nach einigen längeren Einsätzen folgte eine elendig lange Zwangspause. Im Oktober 2005, kurz nachdem Halfar die erste Fritz-Walter-Medaille in Silber verliehen worden war, riss beim immer noch 18-Jährigen das Kreuzband und setzte ihn bis ins Frühjahr 2006 außer Gefecht. Aber damit nicht genug: Gerade genesen und zurück im Mannschaftstraining – neuer Trainingsleiter war mittlerweile Peter Neururer – verdrehte Halfar sich im April erneut das linke Knie und riss sich das Kreuzband erneut. Sein lang ersehntes Comeback gab Halfar – mittlerweile 20 Jahre alt – im Januar 2007 beim 5:0 gegen Hertha BSC. Der Trainer hieß nun Dieter Hecking.

Weg von Hannover

Bis zum Saisonende saß Halfar auf der Bank und kam noch zu zwei Kurzeinsätzen. Die Saison 2007/08 begann Halfar auf der Linksverteidiger-Position, bis Christian Schulz als Nachfolger für Michael Tarnat verpflichtet wurde. Daraufhin ging der 96er leihweise zum SC Paderborn in die 2. Liga und spielte dort entweder im linken Mittelfeld oder in der linken Verteidigung. Trotz seiner 17 Spiele stieg Paderborn zum Saisonende in die 3. Liga ab. Anstatt zu Hannover 96 zurückzukehren, löste er seinen Vertrag auf und wechselte fest nach Ostwestfalen. Dort fand er seinen Stammplatz in der Linksverteidigung und Paderborn führte die Liga souverän an, als Halfar zum Jahresende 2008 einen Knorpelschaden erlitt und so die komplette Rückrunde, den Aufstieg in die 2. Liga und fast die gesamte Hinrunde verpasste.

Das nächste große Comeback gab Sören Halfar, immer noch erst 22 Jahre jung, im November 2009 gegen Rot Weiss Ahlen. Insgesamt kam er in dieser Saison aber nur auf fünf Einsätze und so wechselte er nach Burghausen zurück in die 3. Liga. Dort überzeugte er als offensiver Linksverteidiger, der mit vier Tore und fünf Vorlagen die Wacker vor dem Abstieg bewahrte und am Saisonende auf Platz 17 landete. Im Sommer 2011 wechselte er zum Ligakonkurrenten nach Sandhausen, der in der Vorsaison noch im Mittelfeld der 3. Liga gelandet war. Nun führte der SV Sandhausen die 3. Liga souverän an, als im Winter 2011 erneut eine Operation anstand: Dieses Mal hatte Halfars Leiste ein Weiterspielen unmöglich gemacht.

Auch ohne Halfars Mithilfe gelang der Aufstieg und das dritte Comeback seiner Karriere mit nun 25 Jahren fand in der 2. Liga beim 1. FC Köln statt. Es reichte für sieben Einsätze in der Liga, bis die Leistenverletzung wieder aufbrach und eine weitere OP fällig wurde. Irgendwann dann muss es Sören Halfar zu blöd geworden sein, ständig OPs, Reha und Einzeltraining zu absolvieren, nur um dann nach wenigen Spielen wieder von Null anzufangen.

Zurück nach Hannover

Und so entschloss sich Sören Halfar, als der SV Sandhausen wegen der Insolvenz des MSV Duisburg wochenlang nicht wusste, ob man nun abgestiegen war oder nicht, mit 26 Jahren seine Profikarriere zu beenden. Sein letzter Profieinsatz war am 29. September 2012 bei 1860 München, seitdem war viel Zeit zum Nachdenken vergangen.

Die Zeit hatte er wohl gut genutzt, denn nicht nur zog er zurück nach Hannover, der Niedersächsische Fußballverband konnte im November 2013 auch verkünden, dass Halfar die erste Stufe der Trainerlaufbahn, den C-Schein, bestanden hatte. Nach weiteren Praktika und Lehrgängen war im Februar 2015 die Elite-Jugend-Lizenz erreicht, mit der man alle Jugendmannschaften außer denen in A- und B-Jugendbundesliga trainieren darf.

Trainerlaufbahn

Nachdem Havelse-Trainer Christian Benbennek im Sommer 2015 zu Alemannia Aachen gewechselt war, übernahm der bisherige A-Jugend-Trainer Stefan Gehrke. Dessen Co-Trainer konnte aber aus familiären Gründen den Job nicht annehmen und so trat Sören Halfar das Amt des Assistenten im Juli an. Als nach neun Spieltagen Gehrke wegen zweier schwerer Niederlagen von seinen Chefaufgaben entbunden wurde, übernahm Halfar für drei Ligaspiele in der Regionalliga Nord das Amt des Interimstrainers und schaffte dort einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage, bis Havelse Alexander Kiene vom Konkurrenten BSV Rehden loseisen konnte. Gehrke wurde wieder U19-Trainer, Halfar blieb Co-Trainer.

Mittlerweile steht Havelse auf einem ordentlichen 6. Tabellenplatz in der 4. Liga, der Aufstiegsrundenrang ist allerdings schon zu weit entfernt, um dort noch eingreifen zu können. Für Sören Halfar wird es darum gehen, bei Havelse weiter Erfahrung zu sammeln und zeitnah den A-Schein und vielleicht sogar den Fußballlehrer-Schein zu machen, um wenigstens an der Seitenlinie öfter Bundesligaluft zu schnuppern.

Es ist auf der einen Seite schade zu sehen, dass eine potentiell weite Karriere durch viele frühe Verletzungen so schwer unterbunden wurde, andererseits freut es mich sehr, dass Halfar in so jungen Jahren einen wichtigen Schritt gemacht hat und sich nun an der Seitenlinie sichtlich wohlfühlt.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Um beim Thema Ex-Spieler und Jetzt-Trainer zu bleiben, kommt man heute nicht um Jörg Sievers herum. Ich habe ihn trotzdem nicht zum Hauptthema gemacht, weil er das seit 1992 (zurecht) immer wieder war und seine Geschichte weit bekannt ist. Nach der Jugend in Lüneburg und einem Irrweg in Wolfsburg kam die Zeit in Hannover mit dem Pokalsieg und dem Abstieg und dem Aufstieg und dem Weg zurück in die Bundesliga. Mit 37 durfte er endlich Bundesligaluft schnuppern, zumindest 16 Spiele in der Hinrunde und in der letzten Minute des 34. Spieltags, bevor er den Job des Torwarttrainers übernahm. Am letzten Spieltag der Saison 2005/06 war die Not im Tor sogar so groß, dass er mit nun 40 Jahren noch einmal auf der Bank im Torwarttrikot Platz nahm, aber nicht mehr zum Einsatz kommen musste.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)
Türchen #10 – Roman Wallner (10 Spiele, 0 Tore)
Türchen #11 – Jan Rosenthal (80 Spiele, 11 Tore)
Türchen #12 – Hanno Balitsch (150 Spiele, 12 Tore)
Türchen #13 – Mohamadou Idrissou (64 Spiele, 13 Tore)
Türchen #14 – Johan Djourou (14 Spiele, 0 Tore)
Türchen #15 – Valdet Rama (15 Spiele, 0 Tore)
Türchen #16 – Artjoms Rudņevs (16 Spiele, 4 Tore)

Türchen #15

Gestern ging es um einen Spieler, der als Kind aus Afrika nach Europa kam. Heute behandelt der Blogpost einen jungen Mann, der aus einem europäischen Kriegsgebiet fliehen musste und in Deutschland eine neue Heimat fand.

 

Türchen #15: Valdet Rama

Valdet Rama stammt aus Mitrovica im Kosovo, welches zum Zeitpunkt seiner Geburt noch ein Teil des gesamten Staates Jugoslawien war. In den folgenden Jahren kam es in den Jugoslawienkriegen zu neuen Staaten, Teilstaaten, Massakern und viel Leid und Elend in den jugoslawischen Teilrepubliken. Im Jahr 1995 war der Bosnienkrieg endlich beigelegt worden, im Kosovo schwelte der Konflikt aber weiter, bis 1999 auch dort der Krieg ausbrach. Bis dahin war es aber trotzdem schon sehr unsicher im Norden Kosovos geworden, so dass sich die Familie Ramas im Jahr 1996 entschloss, nach Deutschland zu fliehen.

Wolfsburg und Ingolstadt

Rama kam zunächst in Hagen unter, dem „Tor zum Sauerland“. Dort spielte er Fußball in der Jugend und bewies sein Potential, spielte später in Iserlohn und dann in der Jugendabteilung von Rot-Weiß Essen. Dort beeindruckte der Albaner so sehr, dass die Amateurmannschaft vom VfL Wolfsburg auf ihn aufmerksam wurde und Trainer Uwe Erkenbrecher den 17-Jährigen verpflichtete. Bei seinem Debüt in der Oberliga Nord gegen Brinkum schoss er nach drei Minuten nach 1:0. In den beiden Jahren in der Oberliga schoss Rama in 30 Spielen zehn Treffer, zur Saison 2007/08 stieg die Wolfsburg-Reserve auf. In der letzten Saison der alten Regionalliga Nord konnte Wolfsburg II aber nicht mithalten und wurde Tabellenletzter, Rama konnte nicht ein Tor erzielen.

Der nun 20-Jährige wollte sich nun beweisen und unterschrieb einen Vertrag beim FC Ingolstadt, welcher gerade aus der Regionalliga Süd in die 2. Bundesliga aufgestiegen war. Seine Saison 2008/09 begann sehr stark mit einem Tor und zwei Vorlagen in den ersten drei Spielen, er erzielte wie den ersten Zweitligatreffer auch das zweite Saisontor gegen Greuther Fürth. Insgesamt reichte es für den Aufsteiger jedoch nicht und man rutschte im Laufe der Saison auf Rang 17 ab und stieg in die neuformierte 3. Liga ab.

15x 96

Der neue 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke holte den Albaner nach Hannover, um zur Saison 2009/10 die beiden Außenbahnen zu beleben. Sein Debüt für 96 war die 1:3-Pokalpleite gegen Mario Baslers Eintracht Trier, die in der Saison zum Pokalschreck avancierten. In der Liga machte Rama sein erstes Spiel gegen Mainz 05 und legte im Laufe der Saison noch 14 weitere Spiele nach, bei denen er auf beiden Außenbahnen zum Einsatz kam. Dabei machte er den Großteil seiner Spiele unter Andreas Bergmann, weil Dieter Hecking nach dem Mainz-Spiel seine Sachen packen musste. Unter Mirko Slomka hatte Rama nur noch wenige Einsätze, immer öfter spielte Rama in der zweiten Mannschaft.

In der Saison 2010/11 spielte er bis zum Winter unter Andreas Bergmann bei Hannover II in der Regionalliga Nord und schoss dort im Dezember 2010 auch sein einziges Tor in den Trikots der „Roten“. Es war aber abzusehen, dass er in der Bundesliga keine Chance mehr hatte und sah im Februar 2011 seine Chance, in der Allsvenskan bei Örebro SK durchzustarten.

Europareise

Für zwei Jahre spielte Rama in Schweden und war dort Stammspieler in der ersten Saison, in der der Verein im unteren Mittelfeld landete, dabei erzielte er acht Tore. Im Sommer 2011 spielte Rama Europa-League-Qualifikation, schied aber gegen Sarajevo aus. In der zweiten Saison verringerten sich Einsatzzeiten und Tore und zum Saisonende stieg Örebro in die Superettan ab. Im Januar 2013 wechselte Rama mit nun 25 Jahren in die Primera Division zu Aufsteiger Real Valladolid. Nachdem er mit ein paar Kurzeinsätzen überzeugen konnte, spielte er in der Saison 2013/14 31-mal und schoss auch ein Tor gegen Athletic Bilbao. Zum Saisonende stand Valladolid aber dennoch auf Platz 19 der spanischen Liga und stieg ab.

Wichtiger war für den Kosovaren aber während seiner Zeit in Spanien seine Nominierung für die albanische Nationalmannschaft und seine ersten Länderspiele. Im Juni 2013 schoss er in seinem zweiten Länderspiel gegen Norwegen beim 1:1 sein erstes Tor für Albanien. In der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 wurde Albanien aber nur Vorletzter in der Gruppe. Insgesamt hat er bislang 15 Länderspiele gemacht und dabei drei Tore geschossen.

Zurück nach Deutschland

Nach dem Abstieg mit Valladolid wechselte Rama zu 1860 nach München. Mit drei Toren und vier Treffern in 26 Spielen half er 1860 zumindest auf den 16. Platz und damit rettete sich der Münchener Klub in die Relegation gegen Holstein Kiel. Nachdem es im Rückspiel kurz vor Schluss ganz schwarz aussah und der Abstieg fast beschlossen war, schloss Rama aus 25 Metern komplett verzweifelt ab, vom Pfosten prallte der Ball auf den Fuß von Innenverteidiger Kai Bülow und der verwandelte zum 2:1.

In der neuen Saison läuft es für 1860 nicht besonders besser, dazu hat Rama fast die komplette Hinrunde mit Adduktorenproblemen aussetzen müssen. Am Wochenende konnte der nun 28-Jährige aber ein kurzes Comeback bei der 1:3-Niederlage gegen Heidenheim feiern. Am kommenden Sonntag kann Rama beim SC Freiburg für einen Lichtblick vor dem Weihnachtsfest sorgen.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Auch Innenverteidiger Carsten Linke hat genau 15 Erstligaspiele für Hannover gemacht, bevor er seine lange Karriere mit 37 Jahren beendete, in der er 96 aus der Regionalliga in die 1. Liga führte. Am 6. Spieltag köpfte Linke den Ball zum zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer gegen den VfL Bochum in die Maschen, bevor man das Spiel kurz vor Schluss noch abschenkte und 2:2 spielte.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)
Türchen #10 – Roman Wallner (10 Spiele, 0 Tore)
Türchen #11 – Jan Rosenthal (80 Spiele, 11 Tore)
Türchen #12 – Hanno Balitsch (150 Spiele, 12 Tore)
Türchen #13 – Mohamadou Idrissou (64 Spiele, 13 Tore)
Türchen #14 – Johan Djourou (14 Spiele, 0 Tore)

Türchen #10

Österreicher und die Bundesliga – das funktioniert eigentlich immer ganz gut. Zwar hat es im kleinen Alpenland immer mal wieder komische Charaktere, die das Leben von Polizisten bei einer Geschwindigkeitskontrolle bezahlen wollen, aber im Großen und Ganzen sind die Fußballprofis des Landes leicht integrierbar und ein fester Bestandteil der Bundesligakader. Aber für jeden Robert Almer bekommt man einen…

 

Türchen #10: Roman Wallner

Geboren in Graz 1982 verlebte Roman Wallner eine ganz normale Kindheit und Jugend in seiner Heimatstadt. Also, so normal es eben geht, wenn man mit sechs Jahren beim Profiverein der Stadt in die Jugendabteilung geht und dort dermaßen beeindruckt, dass man mit 16 Jahren bei den Profis gegen Inter Mailand in der Champions League eingewechselt wird. Es zeichnet seine komplette Ungeduld aus, dass dieses „ins kalte Wasser schmeißen“ von ihm nicht gewürdigt wurde, sondern ihm mit 17 die Entwicklung zu langsam voran ging, weil er beim Meister und Pokalsieger aus Graz als Jugendlicher noch keine Einsatzzeiten bekam.

Rapider Aufstieg

Im Sommer 1999 ging es zu Rapid Wien, wo er in der ersten Saison noch mit kurzen Einwechslungen vorlieb nehmen musste, allerdings war er spätestens im Herbst 2000 Stammspieler im Wiener Sturm geworden und netzte dort mit fleißiger Regelmäßigkeit. Sein erstes Tor schoss er Im Mai 2000 gegen Bregenz, in den nächsten vier Saisons kamen 41 weitere hinzu. Die erfolgreichste Spielzeit war 2001/02 mit 15 Treffern.

Mit 19 gab er sein Debüt in der Nationalelf gegen Liechtenstein, sein erster Länderspieltreffer kam gegen Deutschland im Mai 2002, als sich die Deutschen vor der bevorstehenden WM 6:2 durchsetzten. Wallner hatte den 2:3-Anschlusstreffer markiert. Insgesamt machte er 29 Spiele für die Nationalmannschaft und traf siebenmal. Zwischen 2006 und 2009 pausierte die Karriere in der Nationalelf jedoch, bei der Europameisterschaft im eigenen Land war er nicht vertreten. Mehr dazu später.

Schon zu Rapid-Zeiten rankten sich jede Menge Geschichten um Wallner. Mehr als einmal sei er wegen Alkoholproblemen aus dem Training geflogen, sein fußballerisches Potential gehe Hand in Hand mit seinen Eskapaden und Exzessen. Befürworter eines solchen Verhaltens würden ihn als einen „lebensfrohen Spieler mit Ecken und Kanten“ bezeichnen, für andere war er sicherlich nur „unprofessionell und asozial“.

96 klingelt, Wallner kommt

Als in der Saison 2003/04 die Leistungen etwas nachließen, entschloss sich Rapid, den erst 22-Jährigen im Sommer auszuleihen. Der neue 96-Manager Ilja Kaenzig fand, dass durch das Vertragsende von Jan Šimák eine große Lücke in das Feiergefüge des Vereins gerissen worden war und machte die Leihe klar, vermutlich in der Hoffnung, dass Trainerfuchs Ewald Lienen den Heißsporn noch formen könne.

Sein erstes Spiel für Hannover absolvierte er am 4. Spieltag gegen den SC Freiburg, blieb jedoch blass und wurde beim Stand von 2:1 für Thomas Christiansen ausgewechselt, das Spiel endete 2:2. Zwei Spiele später kam es zu seinem ersten Joker-Einsatz gegen Schalke 04, allerdings auch ohne nachhaltigen Eindruck.

His life – summed up in a day

Dies sollte sich jedoch am 3. Oktober 2004 ändern: Einen Tag nach dem 3:1-Auswärtserfolg bei Hansa Rostock, bei dem Wallner auf der Bank geblieben war, wollte er die Länderspielpause nutzen, um nach Hause zu fliegen. Für die Nationalelf und die WM-Qualifikation war er erneut nicht nominiert worden. Am frühen Sonntagabend wurde er vor seiner Haustür von der Polizei angehalten. Als bescheidener Mensch und harter Arbeiter, der sich eher wenig aus Alkohol macht, hatte er sich ein Haus in der direkten Nachbarschaft von Gerhard Schröder zugelegt. Nachdem er mit Mitspielern lange im Lokal gesessen hatte, kehrte er nach Hause zurück und wollte sein Auto nur schnell umparken. Blöd, dass um das Haus des amtierenden Bundeskanzlers ständig Polizeiautos patrouillieren. Er wurde sofort kontrolliert und beim Pusten schaffte er 1,8 Promille. Seine bislang beste Saisonleistung.

Aber der Abend war ja noch lang und nach Wien wollte er noch: So machte er sich – hoffentlich mit einem Taxi – auf den Weg zum Flughafen Langenhagen und stellte sich zum Check-In. Dort angekommen, fiel der Stewardess auf, dass Wallner gar keinen Ausweis dabei hatte. Als kühler, durchdachter Charakterkopf, der er ist, versuchte er seinen versoffenen Kopf nach einer enttäuschten, flehenden Aussage abzusuchen, fand aber nur das Wort: „Drecksschlampe“. Dass er danach den Flieger dank seines Charmes auch nicht betreten durfte, versteht sich von selbst. Stattdessen gab es eine Anzeige wegen Beleidigung, Wallner versprach der Frau, nachdem er wieder ausgenüchtert war, ein Ticket zu einem 96-Spiel.

Das Ganze half der Karriere bei 96 nur so mittel, bis zum Saisonende blieben zwar die Schlagzeilen aus, allerdings beschränkten sich die Einsätze auch auf minimale Einwechslungen. Nach insgesamt zehn Saisonspielen war die Spielzeit auch vorbei.

Die Odyssee beginnt

Im Sommer 2005 lieh 96 den Österreicher zurück in die Heimat aus. Zunächst ging es zu Admira Wacker Mödling, einem Klub, der einen investitionsfreudigen iranischen Präsidenten geangelt hatte und nun Richtung Tabellenspitze schielte. Am Ende stieg man jedoch ziemlich deutlich ab und die Disziplin wurde in diesem Verein sehr vernachlässigt. Wallner hatte Probleme mit Mannschaftskollegen und dem Trainer, dazu wurden Gehälter nicht rechtzeitig gezahlt, so dass Wallner die Leihe im Januar 2006 beendete.

In der Rückrunde wurde er von Austria Wien neu ausgeliehen und dort fühlte er sich deutlich wohler als in Hannover, wo er ziemlich verbrannte Erde hinterlassen hatte. Beim Hauptstadtklub war sein Vertrag extrem leistungsbezogen und sein Trainer wollte dem schwierigen Spielertypen eine Chance geben, da er selber so eine Person gewesen sei. Mit Austria wurde er 2006 direkt Doublesieger, auch wenn er nur Kaderspieler war. Im Sommer 2006 sorgte er mit seinem Treffer im Rückspiel gegen Legia Warschau für das Erreichen der Gruppenphase im UEFA-Pokal, was jedoch nicht so gut für Austria lief. Der Verein konnte seinen Erfolg aus der Vorsaison nur teilweise wiederholen, zwar wurde der ÖFB-Pokal verteidigt, in der Liga wurde man aber nur Sechster. Wallner hatte fünfmal getroffen, sein Vertrag wurde aber nicht mehr verlängert.

Schottland und Griechenland

Mit 25 Jahren schaute sich Wallner nun in der großen weiten Welt um. Fündig wurde er zur Saison 2007/08 beim FC Falkirk in der schottischen Liga, bei denen er einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieb. Am ersten und am achten Spieltag durfte er kurz mitkicken, ansonsten war die Tribüne sein Platz. Unzufrieden damit wurde er an Hamilton Academical in der zweiten schottischen Liga ausgeliehen. Dort spielte er dreimal und traf einmal, er wurde aber nur unzufriedener. Dass seine Nationalmannschaftskarriere seit September 2006 ruhte und die Europameisterschaft in Österreich näher rückte, kam noch dazu.

In einem letzten Versuch, die Saison zu retten, unterschrieb er im Januar 2008 einen Vertrag beim stark abstiegsgefährdeten Apollon Kalamarias. Der Aufenthalt dort entwickelte sich zur Farce. Nachdem er im ersten Spiel gegen Olympiakos Piräus gespielt hatte, meldete sich die FIFA und erklärte, durch die vorherige Ausleihe bei Hamilton sei eine regelkonforme Spielberechtigung bei einem weiteren Verein zumindest fragwürdig. Der griechische Verband hatte das 1:0 von Apollon in ein 0:3 gewandelt, dagegen zogen die Vereine AEK und Panathinaikos vor Gericht, sogar vor das CAS, das höchste Sportgericht, weil durch diese Umwertung Olympiakos noch an AEK vorbeigezogen und Meister geworden war.

Während die griechischen Vereine dies alles vor Gericht austrugen, sah Wallner seine letzte Chance für die Euro davonschwimmen und suchte während seiner Spielsperre einen neuen Verein. Apollon war ohne ihn abgestiegen, er probierte es noch einmal bei Skoda Xanthi, mehr als fit halten konnte er sich dort aber nicht.

Zurück nach Österreich

Im Januar 2009, mittlerweile war Wallner fast 27, kehrte er zurück in die Bundesliga. Bei LASK Linz startete er seine Karriere neu und drehte zur neuen Saison richtig auf: In der Hinrunde 09/10 schoss er 14 Tore und legte elf auf, weswegen er im Januar 2010 zu Red Bull Salzburg wechselte und dort fünf weitere Tore schoss. Damit reichte es zu seinem zweiten Meistertitel, den Titel des Torschützenkönigs verpasste er nur um einen Treffer. 2010/11 spielte er in der Europa League unter anderem gegen Juventus und Manchester City, traf in 32 Ligaspielen 18-mal. Nach einer ordentlichen Hinrunde ging es im Januar 2012 unbürokratisch in die 4. Deutsche Liga zu RB Leipzig, wo er sechsmal traf, den Aufstieg in die 3. Liga aber verpasste.

Mittlerweile 30 Jahre alt, wollte Wallner nun wirklich nicht 4. Deutsche Liga spielen und ging zu Wacker Innsbruck, wo er in zwei Spielzeiten 14-mal traf. Das reichte aber nicht, um in der Saison 2013/14 die Innsbrucker vor dem Abstieg zu bewahren. Zufälligerweise war Aufsteiger SV Grödig unerwartet Tabellendritter geworden und brauchte erfahrene Spieler für die Europa League. Zwar konnte Wallner das Ausscheiden in der 3. Runde gegen Zimbru Chișinău nicht verhindern, aber er hatte sich wieder gefangen. Glaubte man. Denn nach zehn Spielen verfiel er wieder in alte Muster und wurde in die zweite Mannschaft verbannt.

Unter dem neuen Trainer Peter Schöttel zeigte Wallner sich zum Start dieser Saison aber reumütig. Schöttel ist ein alter Weggefährte von Wallner und beschrieb ihn treffend als „echten Instinktfußballer“. Wallner wollte sich nun endlich mal mit 33 auf den Fußball konzentrieren. Mittlerweile sind die Beine auch schwerer geworden und die Leichtigkeit des „schlampigen Genies“ ist etwas verloren gegangen, aber es hat in der Hinrunde zu drei Treffern gereicht.

Eine echte #h96legende.

 

Noch jemand?

Nur kurz sei hier noch Marc van Hintum erwähnt, der als Linksverteidiger in der Aufstiegssaison aus der Niederlande kam und bei der Rückkehr in die Bundesliga aushalf. Dort durfte der damals schon 35-Jährige noch zehnmal auflaufen. Mittlerweile ist van Hintum Chefscout bei seinem alten Klub Vitesse Arnheim.

 

Türchen #1 – Daniel Haas (1 Spiel, 0 Tore)
Türchen #2 – Marius Stankevicius (2 Spiele, 0 Tore)
Türchen #3 – Henning Hauger (3 Spiele, 0 Tore)
Türchen #4 – Adrian Nikci (4 Spiele, 1 Tor)
Türchen #5 – Abel Xavier (5 Spiele, 0 Tore)
Türchen #6 – Jan Simak (6 Spiele, 2 Tore)
Türchen #7 – Gunnar Heidar Thorvaldsson (7 Spiele, 0 Tore)
Türchen #8 – Carlitos (8 Spiele, 0 Tore)
Türchen #9 – Erik Jendrisek (9 Spiele, 0 Tore)